Ausländerrecht

Razzien in mehreren Bundesländern wegen Scheinehen

 - 09:10

Mit einem großen Aufgebot geht die Polizei seit dem Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schleuser vor. Hintergrund der Durchsuchungen seien Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Diese sollten Menschen aus Indien und Pakistan einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen. Die Staatsanwaltschaft in Leipzig habe bereits seit dem Frühjahr 2017 in diesem Zusammenhang ermittelt.

Die Wohnungsdurchsuchungen haben nach Angaben der Bundespolizei am Mittwoch um 7 Uhr begonnen. Die Beamten seien etwa in Leipzig, im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt tätig. Zudem sollte es weitere Durchsuchungen in anderen Bundesländern geben. Konkrete Orte nannte der Sprecher zunächst aber nicht. Hunderte Beamte seien an den Razzien beteiligt.

Gefälschte Eheurkunden aus Zypern

Einem Bericht des MDR zufolge wurden insgesamt 27 Objekte durchsucht, auch solche in Stuttgart, Frankfurt, Chemnitz, Wurzen und Wuppertal. Demnach wird drei Hauptbeschuldigten vorgeworfen, im großen Stil indischen und pakistanischen Staatsangehörigen falsche oder gefälschte zypriotische Eheurkunden beschafft zu haben, die eine Heirat mit EU-Bürgern bestätigten. Die Dokumente sollen eine Einreise und den Aufenthalt in Deutschland ermöglicht haben. Außerdem sollen sie weitere Scheineheschließungen zwischen EU-Bürgern und Indern sowie Pakistanern in Dänemark organisiert haben. Das Verfahren richte sich gegen insgesamt 34 Beschuldigte.

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Größte RazziaBundesweiter Einsatz gegen organisierte Kriminalität

Laut Bundesinnenministerium gibt es jährlich in Deutschland mehrere Hundert Verdachtsfälle von Scheinehen, berichtet der MDR weiter. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Behörden demnach 401 Fälle, in denen durch eine Ehe ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungsbefugnis erschlichen werden sollte. Insgesamt seien 624 Tatverdächtige aktenkundig geworden, unter ihnen 448 Ausländer.

Quelle: dpa/epd/nto.
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