FAZ plus ArtikelPräimplantationsdiagnostik

Leben lassen, sterben lassen

Von Kim Björn Becker, Heidelberg
 - 18:29

Der Weg, der für die einen ein Ausweg ist und für die anderen ein Irrweg, verläuft geradewegs durch das Büro von Thomas Strowitzki. Im Krankenhausflur Neonlicht, drinnen fällt die Nachmittagssonne durchs Fenster. Die Paare, die zu ihm in die Heidelberger Universitäts-Frauenklinik kommen, Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Fertilitätsstörungen, sind freiwillig da, einerseits. Andererseits, so ganz aus freien Stücken kommen sie auch wieder nicht. Denn es ist die Angst, die diese Paare treibt, sie fürchten, dass sie ein schwerkrankes Kind bekommen könnten – weil sie entweder schon ein behindertes Kind haben oder jemand aus der Familie an einer Erbkrankheit leidet.

Thomas Strowitzki, ein großgewachsener Mann mit kantigem Gesicht und randloser Chefarztbrille, ist Ärztlicher Direktor und einer von wenigen Medizinern im Land, der ihnen helfen kann – wenn es das Gesetz erlaubt. „Wir haben die öffentliche Meinung auf unserer Seite“, sagt der 58-Jährige. Die Umfragen geben ihm recht, und es ist Strowitzki wichtig, dies zu betonen, denn das, was er und seine Mitarbeiter in den benachbarten Räumen tun, ist anderswo noch immer moralisch höchst umstritten.

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Quelle: F.A.Z.
Kim Björn Becker
Redakteur in der Politik.
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