FAZ plus ArtikelExtremismus in Deutschland

Wie man zum Radikalen wird

Von Frank Pergande
 - 09:25

Wie kommt es, dass Menschen, die eben noch als unbescholten galten, sich innerhalb kurzer Zeit politisch radikalisieren und schwere Straftaten begehen? Ließe sich die Frage beantworten, wäre das für die Sicherheitsbehörden eine große Hilfe, um drohende Gefahr rechtzeitig zu erkennen. Etwa im Umgang mit Rechtsextremen. Als Bundesinnenminister Horst Seehofer in der vergangenen Woche den aktuellen Verfassungsschutzbericht vorstellte, kam er ausdrücklich auf das Phänomen zu sprechen, das seit 2015 auffällt: „Täter rechtsextremistischer Straf- und Gewalttaten sind oft nicht einschlägig bekannt. Sie weisen keine ,rechtsextremistische Karriere‘ auf, lassen sich keiner festen Struktur zuordnen und radikalisieren sich in kürzester Zeit.“

Der Verfassungsschutzbericht zählt derzeit etwa 24.000 Personen zur rechtsextremistischen Szene – davon mehr als die Hälfte, wie es im Beamtendeutsch heißt, als „weitgehend unstrukturiertes rechtsextremistisches Personenpotential“. Tickende Zeitbomben also? Einsam umherschwirrend, zu allem fähig, aber schwer einzuschätzen und damit schwer zu entschärfen? Sogenannte Reichsbürger gehören dazu, aber nicht nur. Was kann der Staat da tun, um sich zu schützen? Seehofer gab auf diese Frage tatsächlich eine Antwort, wenn auch eine etwas ungewöhnliche: Er erwähnte ein Forschungsvorhaben.

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Quelle: F.A.S.
Frank Pergande
Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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