Iran und Europa

Zurück in die Zukunft

Von Nikolas Busse
 - 21:32

Es war absehbar, dass Iran den Einsatz im Atomstreit erhöhen würde. Das Land ist von Trump unter Druck gesetzt worden, jetzt verstärkt es seinerseits den Druck auf die Europäer: Wenn ihr uns nicht gegen die amerikanischen Sanktionen helft, dann fahren wir unser Nuklearprogramm wieder hoch, lautet die Botschaft aus Teheran. Aber die Europäer können ihre Industrie letztlich nicht dazu zwingen, im Iran-Geschäft zu bleiben.

Der Rückzug von Firmen wie der des französischen Autokonzerns PSA zeigt, dass den Unternehmen das Risiko zu hoch wird. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Trumps Strategie aufgeht. Im Augenblick hat er nur bewirkt, dass die westlichen Verbündeten über Kreuz liegen und Iran sich daran macht, sein Atomprogramm wieder auszubauen.

Von der langfristigen Lösung, an der Trump angeblich arbeiten wollte, ist bislang nichts zu sehen. So bleiben nicht mehr viele Optionen. Aus Israel sind schon wieder Drohungen mit einem Militärschlag zu hören. Das hatten wir alles schon mal – vor dem Atomabkommen.

Quelle: F.A.Z.
Nikolas Busse
Verantwortlicher Redakteur für die Frankfurter Allgemeine Woche und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik (F.A.Z.).
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