Nach Louvre-Attacke

Hollande: Frankreich kämpft entschlossen gegen Terrorismus

 - 12:39
© Reuters, reuters

Nach der Macheten-Attacke vor dem Louvre-Museum in Paris am Freitag hat Präsident Francois Hollande „die Entschlossenheit des Staates im Kampf gegen den Terrorismus“ bekundet. Die auf Terrorfälle spezialisierte Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Ein Mann war am Vormittag mit einer Machete auf eine Militärpatrouille gestürzt. Laut Augenzeugen soll er „Allahu akbar“ (Gott ist groß) gerufen haben. Er verletzte einen Soldaten am Kopf. Ein anderer Soldat der Patrouille feuerte aus Notwehr fünf Schüsse auf den Angreifer ab. Der Angreifer sowie ein zweiter Verdächtiger wurden festgenommen. Das Louvre-Museum wurde geräumt. Premierminister Bernard Cazeneuve sprach von einer „offensichtlich“ terroristischen Tat.

Die Attacke ereignete sich gegen 10 Uhr am Vormittag. Nach Informationen des Polizeipräfekten Michel Cadot rannte der Angreifer auf eine Gruppe von Polizisten und vier patrouillierende Soldaten zu. Der Mann habe zwei Rucksäcke bei sich gehabt, in denen aber kein Sprengstoff gefunden worden sei, sagte Cadot. Möglicherweise habe der Mann auch eine zweite Waffe mit sich geführt.

Man gehe derzeit davon aus, dass der Angreifer allein gewesen sei, sagte der Polizeipräfekt. Allerdings sei am Tatort eine weitere Person vorübergehend festgenommen worden. Dass der Angreifer „Allahu akbar“ gerufen haben soll, deute darauf hin, dass der Angreifer seine Tat in einem „terroristischen Rahmen“ habe ausüben wollen, sagte Cadot.

Cazeneuve: „Attacke mit terroristischem Charakter“

Ähnlich äußerte sich der französische Premierminister Bernard Cazeneuve am Rande eines Besuchs im nordfranzösischen Bayeux. Er sagte, es handele sich „offensichtlich“ um eine „Attacke mit terroristischem Charakter“. Bei ihrer Bewertung sei aber Vorsicht geboten.

Ein Sprecher des französischen Innenministeriums sagte, die Ermittlungen müssten zeigen, ob eine Verbindung zwischen der festgenommenen Person und dem Angriff auf die Militärpatrouille bestehe. Auch im Hinblick auf das Motiv des Angreifers warnte er vor voreiligen Schlüssen. Der Ausruf habe natürlich eine Konnotation, die Untersuchungen in dieser Richtung rechtfertige, sagte der Sprecher. Die Identität des Angreifers sei noch nicht klar.

Das französische Innenministerium hatte auf Twitter zunächst nur von einem „gravierenden Ereignis“ im Louvre-Viertel gesprochen und davor gewarnt, im Zusammenhang mit der Attacke falsche Informationen zu verbreiten.

Sigmar Gabriel: „Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs“

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel erfuhr während seines Besuchs in Washington von der Tat. Er zeigte sich „heilfroh, dass kein Schaden angerichtet werden konnte, weil die französischen Sicherheitskräfte so schnell reagiert haben“. Und: „Wir stehen solidarisch an der Seite Frankreichs und werden im gemeinsamen Kampf gegen islamistischen Extremismus und Terrorismus nicht nachlassen.“

Der amerikanische Präsident Donald Trump kommentierte den Vorfall in Paris mit einer Twitter-Nachricht. Ein „neuer radikal-islamistischer Terrorist“ habe den Louvre angegriffen, Frankreich sei abermals „in Aufruhr“. Seine Schlussfolgerung für Amerika: „Komm zur Vernunft, U.S.“.

Der Angriff ereignete sich in einem Treppenhaus, das von einem Platz neben dem Louvre in ein unterirdisches Einkaufszentrum, das „Carrousel du Louvre“, führt. Das Museum, das jährlich von Millionen Menschen aus aller Welt besucht wird, wurde nach dem Zwischenfall zunächst geschlossen. Auch die Metro-Linien 1 und 7 wurden gestoppt.

Die im Louvre anwesenden Besucher müssten im Inneren bleiben, sagte eine Mitarbeiterin des Museums am Freitag der Deutschen Presse-Agantur in Paris. Es komme niemand mehr herein oder hinaus. Polizeipräfekt Michel Cadot kündigte laut der Zeitung „Le Monde“ an, dass die etwa 250 Museumsbesucher bald „in kleinen Gruppen“ herausgebracht werden sollen.

Frankreich war in den vergangenen zwei Jahren mehrmals Ziel islamistischer Terroranschläge. Wegen der Anschlagsgefahr patrouillieren in der französischen Hauptstadt an vielen Orten Soldaten, unter anderem vor Touristenattraktionen wie dem Louvre. Seit den Anschlägen vom 13. November 2015 gilt in Frankreich zudem der Ausnahmezustand.

Quelle: dpa/AFP
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