Paket

Sprengstoff im Finanzministerium kam aus Griechenland

© dpa, reuters

Ein im Bundesfinanzministerium abgefangenes Paket mit Sprengstoff kam nach Polizeiangaben aus Griechenland. „Die deutsche Polizei hat uns informiert, dass auf dem Paket, das mit dem griechischen Postdienst Elta befördert wurde, griechische Briefmarken waren“, sagte ein griechischer Polizeibeamter, der nicht namentlich genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Donnerstag. Griechenlands stellvertretender Bürgerschutzminister Nikos Toskas habe seinen deutschen Amtskollegen kontaktiert.

Nach Angaben der griechischen Regierung wurde das Päckchen in Athen verschickt. Als Absender habe der Vize-Chef der konservativen Oppositionspartei Nea Dimokratia (ND), Adonis Georgiadis, auf dem Umschlag gestanden. Der betonte, nichts mit dem Vorgang zu tun zu haben.

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung war das Paket direkt an Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) adressiert. Schäuble ist in Griechenland unbeliebt, er gilt als Verfechter eines strengen Sparkurses für das in eine finanzielle Schieflage geratene Land. Ob das Paket tatsächlich an Schäuble adressiert war, wollte die Polizei jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen.

Die Berliner Polizei hatte am Nachmittag erklärt, das in dem Päckchen enthaltene Gemisch „wäre geeignet gewesen, erhebliche Verletzungen beim Öffnen des Pakets zu verursachen“. Ein sogenanntes Blitzknallgemisch werde häufig bei der Herstellung von Pyrotechnik eingesetzt.

In der Poststelle des Ministeriums in Berlin nahe dem Potsdamer Platz sei am Vormittag in einem Paket beim routinemäßigen Röntgen ein verdächtiger Gegenstand aufgefallen, erläuterte eine Polizeisprecherin. Spezialisten des Kriminaltechnischen Instituts hätten nach einer ersten Begutachtung eine Gefahr nicht ausschließen können. Die Mitarbeiter mussten daher die Postverteilerstelle und umliegende Räume verlassen. Das Paket wurde geröntgt und anschließend zur weiteren Untersuchung auf den Sprengplatz in Grunewald gebracht.

Quelle: spo./Reuters/dpa
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