Nach Hurrikan „Maria“

„16 gegen Tausende. Ihr könnt sehr stolz sein.“

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Der amerikanische Präsident Donald Trump hat einen Besuch auf der schwer sturmgeschädigten Karibikinsel Puerto Rico für Lobpreisungen des Katastropheneinsatzes seiner eigenen Regierung genutzt. Während der Kurzvisite am Dienstag sprach er von dem „großartigen“ und „fantastischen Job“, den die Bundesbehörden und das Militär in dem Außenterritorium geleistet hätten: „Das gesamte Team war fabelhaft.“ Damit reagierte Trump auf die Kritik, er greife der Insel bislang nicht genügend unter die Arme.

Jeder Tod sei ein Horror, so Trump, „aber wenn man sich eine echte Katastrophe wie 'Katrina' anschaut mit Aberhunderten von Toten, und sieht, was hier beim Sturm passiert ist (...) mit 16 Toten, könnt ihr sehr stolz sein. 16 gegen Tausende. Ihr könnt sehr stolz auf eure Leute sein, alle unsere Leute arbeiten zusammen.“ Durch den Hurrikan „Katrina“ waren in New Orleans und Umgebung mehr als 1800 Menschen ums Leben gekommen.

Fast zwei Wochen ist es her, dass Hurrikan „Maria“ eine Schneise der Zerstörung durch die Karibikinsel Puerto Rico geschlagen hat. „Wir haben viele großartige Menschen hier, die sehr hart arbeiten“, sagte Trump bei einem Treffen mit Militärs, Rettungskräften und Regierungsvertretern. „Wir können sehr stolz darauf sein, was wir in Puerto Rico leisten.“

Nach Hurrikan
Trump besucht Puerto Rico
© Ll/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock, reuters

Kurz vor seinem Abflug auf die Insel hatte er seine Regierung bereits überschwänglich gelobt. Dank des „unglaublichen Jobs“ seien die Straßen bereits freigeräumt und die Telekommunikation beginne wieder zu funktionieren. Seine Regierung habe auf der Insel eine genauso gute Arbeit wie in den Festlandstaaten geleistet, obwohl die Bedingungen auf der Insel „schwieriger“ seien, so Trump.

„Sie wollen, dass alles für sie getan wird“

Zuvor war Kritik laut geworden, dass die Hilfsmaßnahmen zu langsam anliefen. Noch immer sind die meisten Einwohner ohne Strom, viele haben kein fließendes Wasser. „Wir sterben hier und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und eurer Bürokratie“, schimpfte zuletzt die Bürgermeisterin von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz. „Ich habe genug davon, höflich zu sein. Ich bin stinksauer.“

Trump wies die Anschuldigungen zurück und stellte die Führungsfähigkeiten der Rathauschefin in Frage. Zudem unterstellte er den Puerto Ricanern eine übertriebene Anspruchshaltung. „Sie wollen, dass alles für sie getan wird, obwohl es eine gemeinschaftliche Anstrengung sein sollte“, schrieb er auf Twitter.

Bemängelt wurde vor allem, dass Trump so lange brauchte, um sich um die Katastrophe in Puerto Rico zu kümmern. Nach den Hurrikans „Harvey“ und „Irma“ war er innerhalb von Tagen nach Texas und Florida gereist.

Am Dienstag wollte sich der Präsident auch mit Bürgermeisterin Yulín Cruz treffen. Zudem waren Gespräche mit Hurrikanopfern, Rettungskräften, Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló und dem Gouverneur der ebenfalls hart getroffenen amerikanischen Jungferninseln, Kenneth Mapp, geplant.

„Mein Fokus wird darauf liegen, was wir brauchen, um Puerto Rico wieder aufzubauen“, sagte Rosselló vor seinem Treffen mit Trump. Der Gouverneur schätzt, dass die Karibikinsel mehr als 60 Milliarden Dollar (50,1 Milliarden Euro) für den Wiederaufbau benötigt.

Puerto Rico steckte bereits vor „Maria“ in einer schweren Wirtschaftskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden Dollar (rund 64 Milliarden Euro), hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. Die Verbindlichkeiten sollen nun in einer Art Konkursverfahren restrukturiert werden.

Quelle: dpa/AFP/jawa.
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