Asean-Gipfel in Manila

Zwei Hardliner Seite an Seite

 - 09:15

Die Philippinen sind für den amerikanischen Präsidenten Donald Trump die letzte Station auf seiner Asienreise. Trump lobte bei dem Besuch sein gutes Verhältnis zu dem autoritären Präsidenten des Landes, Rodrigo Duterte. Die beiden trafen sich am Montag in Manila am Rande des Gipfels der Staatengemeinschaft Asean zu einem bilateralen Gespräch. Duterte ist wegen seines brutalen Vorgehens gegen Drogenkriminelle mit Tausenden Toten höchst umstritten. Er wird auch wegen seines Regierungsstils scharf kritisiert.

Menschenrechtsgruppen hatten Trump in den vergangenen Tagen aufgefordert, eine klare Botschaft gegen den brutalen Drogenkrieg Dutertes auszusenden. Trump hatte darauf nicht reagiert. Duterte hatte am Sonntag gesagt, er gehe nicht davon aus, dass Trump den auf den Philippinen ausgerufenen Drogenkrieg ansprechen werde.

Das Treffen der beiden im Vorfeld der offiziellen Gespräche schien am Montag Dutertes Einschätzung zu bestätigen: Vor den Kameras sprachen beide rund 30 Sekunden miteinander, schüttelten sich die Hände, Duterte lächelte in die Kameras. Bei einem Staatsbankett am Sonntag hatten beide nebeneinander gesessen, gelächelt und mit Champagnergläsern angestoßen. Von Seiten des Weißen Hauses gab es zunächst keine Information darüber, ob Trump das Thema Drogenkrieg mit Duterte angesprochen hatte.

Trump hatte Duterte in der Vergangenheit überdies für das harte Vorgehen gelobt und von einem „tollen Job“ gesprochen. Seit Dutertes Amtsantritt sind Tausende angebliche Drogenkriminelle getötet worden, der Präsident lässt den Sicherheitskräften dabei weitgehend freie Hand. Menschenrechtsgruppen sprechen von einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Trump auf Asienreise
Zu Besuch bei Duterte
© AP, afp

Der Beginn des Südostasiengipfels in Manila wurde am Montag von Krawallen begleitet. Die Polizei ging mit Wasserwerfern und Schallgeräten gegen Demonstranten vor. Polizisten berichteten, sie seien mit Stöcken und Steinen von den Demonstranten angegriffen worden. Mindestens 16 Menschen wurden verletzt, sechs Polizisten und zehn Demonstranten.

Zwischen 1000 und 2000 Demonstranten standen rund 500 Polizisten gegenüber. Sie zogen durch die philippinische Hauptstadt und riefen Anti-Trump-Slogans. Auch Figuren des amerikanischen Präsidenten, darunter eine mit vier Armen in der Form eines Hakenkreuzes, wurden durch die Straßen von Manila getragen. Die Zusammenstöße geschahen etwa sechs Kilometer vom Gipfelort entfernt.

Probleme mit dem Händeschütteln

Trump selbst sah sich mit einer ganz anderen Herausforderung konfrontiert: der korrekten Ausführung des genannten „Asean-way-Handshake“ (etwa: Handschlag nach Art der Asean). Dieser symbolische Handschlag sollte am Auftakt des Asean-Gipfels stehen. Dabei werden die Arme vor der Brust verschränkt und der Nebenmann ergreift sie jeweils mit seinerseits verschränkten Armen. So soll das symbolische Bild einer kraftvoll untergehakten, eng zusammenstehenden Gruppe entstehen.

Trump war darauf offenbar nicht vorbereitet. Als er merkte, dass er die Reihe durcheinanderbrachte, versuchte er sich rasch zu korrigieren. Schließlich stand er korrekt verschränkt, wenn auch etwas schief in der Reihe zwischen dem vietnamesischen Staatschef Nguyen Xuan Phuc und dem philippinischen Präsidenten Duterte. Der Handschlag war für Trump auch deswegen nicht ganz einfach, weil er körperlich deutlich größer ist als die neben ihm Stehenden.

Neben dem amerikanischen Präsidenten nehmen auch weitere Staats- und Regierungschef an dem Südostasien-Gipfel teil, darunter Russlands Ministerpräsident Dimitri Medwedew. Asean feiert in diesem Jahr sein fünfzigjähriges Bestehen. Der Gemeinschaft gehören insgesamt zehn Staaten an.

Der Südostasien-Gipfel in Manila ist die letzte Station von Trumps Asienreise. Am Montag zog der amerikanische Präsident eine positive Bilanz. Ihm sei überall auf beispiellose Weise „der rote Teppich ausgerollt“ worden. Im Bereich der Handelspolitik habe es sehr große Fortschritte gegeben. Einzelheiten nannte er nicht.

Der Präsident kündigte aber für Mittwoch eine Erklärung zur Handelspolitik und zum Konflikt mit Nordkorea an. Dies waren die beiden zentralen Themen seiner Asienreise, auf der er Japan, Südkorea, Vietnam und nun die Philippinen besuchte. Trump setzt mit seiner „America-First“-Politik auf bilaterale Handelsverträge, die amerikanische Interessen stärker gewichten als bisherige Abkommen.

Die Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec hatten nach ihrem Gipfel am Wochenende ein Abschlusskommunique veröffentlicht, in dem mit den Themen „unfaire Handelspraktiken“ und wettbewerbsverzerrenden Subventionen“ Trumps Sicht auf den Welthandel erkennbar war. Doch an dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP wollen die elf verbliebenen Partnerstaaten auch nach dem Ausstieg der Vereinigten Staaten festhalten. Dazu bekannten sich die Länder am Rande des Apec-Gipfeltreffens.

Quelle: alri./AFP/dpa/Reuters
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