Amerika

Weißes Haus untersucht Nutzung privater E-Mail-Konten durch Trumps Team

 - 09:56

In der Affäre um die Nutzung privater E-Mail-Konten durch mehrere enge Berater des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat das Weiße Haus laut einem Medienbericht eine interne Untersuchung begonnen. Der Server des Weißen Hauses werde auf E-Mails untersucht, die von privaten Accounts dieser Berater geschickt oder an sie versendet worden seien, berichtet das Magazin „Politico“. Demnach sind mindestens fünf Trump-Berater betroffen. Die Untersuchung könne Wochen oder sogar Monate dauern.

Das Weiße Haus prüft dem Bericht zufolge auch, ob unter den privaten E-Mails womöglich Nachrichten sind, die mit der Russland-Affäre zusammenhängen. In der Affäre geht es um mögliche Absprachen zwischen dem Trump-Team und russischen Regierungsvertretern im Wahlkampf, mit dem Ziel, einen Wahlsieg Trumps zu unterstützen.

Auch Bannon und Priebus im Visier

Ein privates E-Mail-Konto hatte unter anderen Trumps Schwiegersohn Jared Kushner genutzt. Dessen Anwalt versicherte aber, es handele sich um weniger als hundert E-Mails, und deren Inhalt sei belanglos gewesen. Auch Trumps Tochter Ivanka, die mit Kushner verheiratet und ebenfalls Beraterin im Weißen Haus ist, soll laut „Politico“ einen privaten E-Mail-Account für Regierungsmails genutzt haben. Das Magazin nannte zudem Trumps früheren Chefstrategen Stephen Bannon sowie seinen ehemaligen Stabschef Reince Priebus und Wirtschaftsberater Gary Cohn.

Die Enthüllungen zu den privaten E-Mail-Konten sind insofern pikant, als Trump im Wahlkampf seine Rivalin Hillary Clinton hart wegen deren Nutzung privater E-Mail-Server während ihrer Zeit in Obamas Regierung attackiert hatte. Clinton hatte als Außenministerin ihren Privataccount allerdings für ihren gesamten dienstlichen Mailverkehr genutzt, also auch eine Vielzahl von vertrauliche Informationen auf privaten Servern gespeichert. Damit verstieß sie auch gegen Sicherheitsvorschriften.

Quelle: AFP/nto.
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