Trumps Präsidentschaft
Robert Mueller

Der Mann, der Trump gefährlich werden kann

© AP, rad./dpa

Wird dieser Mann Donald Trump gefährlich? Das Justizministerium hat den 72 Jahre alten früheren FBI-Chef Robert Mueller zum Sonderermittler in der Russland-Affäre gemacht. Es ist eine Entscheidung, die in Washington parteiübergreifend gelobt wurde.

Mueller gilt als integer und unabhängig. Als einer, der als FBI-Chef oft Überstunden machte und dasselbe von seinen Mitarbeitern verlangte. Die Zeitung „Washington Post“ meinte unmittelbar nach seiner Berufung: „Das Weiße Haus hat allen Grund zur Panik.“ Mueller lasse sich von niemandem einschüchtern.

Mueller studierte in den sechziger Jahren internationale Beziehungen und Jura, diente im Vietnamkrieg, arbeitete später als Assistent des Justizministers Dick Thornburgh und als Bundesstaatsanwalt von Kalifornien.

Der Republikaner George W. Bush ernannte ihn 2001 zum Leiter der Bundespolizei. Als Terroristen von Al-Qaida am 11. September Flugzeuge ins World Trade Center und ins Pentagon steuerten, war Mueller gerade einmal eine Woche im Amt. Nach den Anschlägen baute das FBI die Anti-Terror-Arbeit massiv aus. 2011 saß Mueller mit im Situation Room, als Navy Seals Osama bin Ladin töteten.

Wenige Monate vor dem Ende seiner Amtszeit explodierten am 19. April 2013 Bomben beim Boston-Marathon. Einen der Attentäter, Tamerlan Zarnajew, hatten FBI-Agenten zwei Jahre zuvor befragt, den Fall aber abgeschlossen. Mueller sagte der Zeitung „Washington Post“ später, das sei einer von zwei Momenten in seiner Karriere gewesen, auf die er am wenigsten stolz sei.

Zuletzt überwachte Mueller als Schlichter im VW-Abgasskandal Vergleichszahlungen zwischen dem deutschen Autobauer und amerikanischen Klägern.

Quelle: rad./dpa
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