Häusliche Gewalt

FBI widerspricht Weißem Haus im Fall Porter

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In der Diskussion über die politische Zukunft von Donald Trumps Stabschef John Kelly hat das Weiße Haus Äußerungen des FBI-Chefs Christopher Wray relativiert. Der Leiter der Bundespolizei hatte zuvor einen anderen Zeitplan der Ereignisse um den inzwischen zurückgetretenen Trump-Mitarbeiter Rob Porter vorgelegt, als Kelly dies zuvor getan hatte. Würde Wrays Darstellung vor dem Geheimdienstausschuss des Senats stimmen, hätte das Weiße Haus und damit Kelly früher als zugegeben von den mutmaßlichen Verfehlungen Porters gewusst.

Die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders, sagte am Dienstag in Washington, die FBI-Erkenntnisse mögen bereits früher zu Papier gebracht worden sein, hätten aber dann erst eine weitere Stelle, das White House Personell Security Office, durchlaufen müssen. Erst danach seien die Inhalte dem Weißen Haus selbst und damit dem Büro Kellys zugänglich gemacht worden. Auf die Frage, ob Kelly also lange Zeit „keine Ahnung“ von den Vorkommnissen um Porter gehabt habe, sagte Sanders: „Das verstehe ich so.“ Allerdings hatte das FBI nach Wrays Darstellung das erste Material bereits im März 2017 weitergereicht.

Rob Porter war unter anderem für den Postverkehr von Trump zuständig und wirkte auch an der Vorbereitung von Reden des Präsidenten mit. Als zwei Ex-Ehefrauen des 40-Jährigen mit Vorwürfen der häuslichen Gewalt gegen ihn an die Öffentlichkeit gingen, trat er zurück. Im Zuge der Affäre kam an die Öffentlichkeit, dass er auch eine Affäre mit der Kommunikationschefin des Weißen Hauses, Hope Hicks, unterhielt – die wiederum an der Aufarbeitung beteiligt war. Ferner wurde deutlich, dass Porter wegen der in der Justiz bereits bekannten Vorwürfe der Frauen nur eine vorläufige Sicherheitsfreigabe für die Arbeit im Weißen Haus bekommen hatte.

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McCabe tritt zurückDas FBI ohne Chef?

Quelle: dpa/AFP
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