Nachwahl in Pennsylvania

Auf Augenhöhe

Von Oliver Kühn
 - 10:56

Egal, ob Conor Lamb seinen kleinen Vorsprung auf den Republikaner Rick Saccone halten kann oder nicht, die Nachwahl in Pennsylvania ist ein Erfolg für die Demokraten. Ihnen ist der Sieg in einem Distrikt gelungen, den Donald Trump bei seinem Sieg in der Präsidentenwahl 2016 mit rund 20 Prozent gewonnen hatte. Lamb war also auch für einige Republikaner wählbar, die ihrer Partei nun abtrünnig geworden sind.

Außerdem zeigt die Wahl, dass die Demokraten Erfolg haben können mit Kandidaten, die nicht hundertprozentig auf der Linie der Partei liegen. Lamb ist ein konservativer Demokrat, der in einigen Punkten – etwa beim Waffenrecht oder dem Recht auf Abtreibung – eher den Republikanern zuneigt. Doch vielleicht haben die Demokraten endlich verstanden, was der ehemalige Chefstratege von Donald Trump, Steve Bannon, schon seit Monaten sagt: Wenn die Demokraten weiter auf „Identitätspolitik“ setzen und nur versuchen, Minderheiten – Afroamerikaner, Asiaten, Latinos, LGBT-Menschen – anzusprechen, werden sie keine Wahl gewinnen. Die weißen Wähler aus dem Mittelstand haben kein Verständnis für eine solche Politik und 2016 deutlich gezeigt, dass dieser Ansatz in die Niederlage führt.

Nun stehen die Demokraten vor der Aufgabe, für die Kongresswahlen im November Kandidaten ins Rennen zu schicken, die diese Lehre beherzigen, sich zur Not auch von der Partei in Washington abgrenzen und auch in republikanisch dominierten Landstrichen satisfaktionsfähig sind. Dann wäre die „demokratische Welle“ im Senat und im Repräsentantenhaus durchaus vorstellbar. Doch: Knappe Rennen bringen keine Mehrheit im Kongress, die Partei braucht Siege auf den Stimmzetteln. Ausruhen auf dem Erfolg kann sie sich keinesfalls.

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Wahl in PennsylvaniaDemokrat Lamb erklärt sich zum Sieger

Quelle: FAZ.NET
Oliver Kühn
Redakteur in der Politik.
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