Konflikt mit Nordkorea

Kim Jong-un verteidigt Atomprogramm als „mächtige Abschreckung“

 - 11:00

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sein Atomwaffenprogramm verteidigt. Es sei eine „mächtige Abschreckung“, die die Souveränität des Landes garantiere, berichteten die Staatsmedien des abgeschotteten Landes am Sonntag. Die Meldungen wurden veröffentlicht, kurz nachdem der amerikanische Präsident Donald Trump im Streit mit dem kommunistischen Land nachgelegt hatte. „Nur eine Sache wird funktionieren“, twitterte Trump am Samstag, ohne zu erläutern, was genau er damit meint.

Nordkoreas Staatsmedien zufolge sprach Kim Jong-un die „komplizierte internationale Situation“ bereits am Samstag bei einer Rede vor dem einflussreichen Zentralkomitee der regierenden Arbeiterpartei an. Die Lage zeige, dass die parallele Entwicklung von Atomwaffen und der Wirtschaft absolut richtig sei. Zugleich stärkte Kim Jong-un die Position der Herrscherfamilie im Machtapparat des Landes. Seine Schwester Kim Yo-jong wurde zum stellvertretenden Mitglied des Politbüros ernannt.

Trump hatte sich zuvor abermals mit harschen Worten gegen diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits mit Nordkorea ausgesprochen. Regierungen würden „seit 25 Jahren mit Nordkorea reden“, dabei seien „Vereinbarungen getroffen und riesige Summen Geld gezahlt“ worden, schrieb Trump am Samstag auf Twitter. Diese Strategie habe „nicht funktioniert“, Vereinbarungen seien verletzt worden, „bevor die Tinte trocken war“.

Trump: „Nur eine Sache wird funktionieren“

Die amerikanischen Verhandlungsführer seien auf diese Weise lächerlich gemacht worden, kritisierte der amerikanische Präsident. „Sorry, aber nur eine Sache wird funktionieren“, fügte Trump hinzu. Was das bedeutet, führte er allerdings nicht aus.

Die Vereinigten Staaten haben in der Vergangenheit wiederholt betont, dass sie im Atomstreit mit Pjöngjang auch ein militärisches Vorgehen nicht ausschließen. Trump hatte bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung im September sogar gedroht, die Vereinigten Staaten würden Nordkorea „völlig zerstören“, sollte Pjöngjang im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenken.

Nachdem der amerikanische Außenminister Rex Tillerson vor einer Woche auf „Kommunikationskanäle nach Pjöngjang“ verwiesen hatte, hatte Trump ihm via Twitter Zeitverschwendung vorgeworfen. In Washington sind ranghohe Regierungsmitarbeiter jedoch überzeugt, dass ein militärisches Eingreifen auf der koreanischen Halbinsel kompliziert und gefährlich wäre – auch weil die dicht besiedelte südkoreanische Hauptstadt Seoul in Reichweite der nordkoreanischen Artillerie liegt.

Die internationale Gemeinschaft hat bereits eine Reihe von harten Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Die nordkoreanische Führung gibt sich bisher aber unbeeindruckt: Am 3. September nahm Pjöngjang seinen bislang stärksten Atomwaffentest vor. Zudem testet Nordkorea regelmäßig Raketen und verletzt damit Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Das Land arbeitet an atomwaffenfähigen Raketen, mit denen das amerikanische Festland erreicht werden kann.

Quelle: Reuters/AFP
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