Trumps Präsidentschaft
Pentagon-Chef

Ein Krieg mit Nordkorea wäre „katastrophal“

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Der amerikanische Verteidigungsminister Jim Mattis hat angesichts der verbalen Eskalation im Nordkorea-Konflikt abermals vor einer kriegerischen Auseinandersetzung gewarnt. Ein Krieg wäre „katastrophal“, sagte Mattis am Donnerstag in Washington. Er setze weiter auf Diplomatie. Es seien bereits „diplomatische Ergebnisse“ zu sehen, und diesen Weg wolle er fortsetzen.

Welche Ergebnisse er meinte, ließ Mattis offen. Womöglich bezog er sich auf die einstimmige Entscheidung des UN-Sicherheitsrats, der am Samstag die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea verschärft hatte, um die Regierung in Pjöngjang im Streit um ihr Raketenprogramm zum Einlenken zu bewegen.

Die Äußerungen des Pentagon-Chefs stehen im Kontrast zu den Drohungen von Präsident Donald Trump, der den Ton gegenüber Nordkorea zuletzt verschärfte. „Nordkorea sollte sich lieber zusammenreißen, sonst wird es Ärger kriegen wie nur wenige Staaten zuvor", sagte er am Donnerstag. Pjöngjang sollte „sehr, sehr nervös“ sein, selbst wenn es nur über einen Angriff auf die Vereinigten Staaten oder ihre Verbündeten nachdenke.

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Am Dienstag hatte Trump gesagt, er werde mit „Feuer und Wut“ auf weitere Provokationen aus Nordkorea reagieren. Er verwies auf die „Tip-Top-Verfassung“ der amerikanischen Atomwafffen. Daraufhin drohte das weitgehend isolierte Land mit dem Raketenbeschuss von Zielen im Umfeld von Guam. Auf der Insel im Westpazifik sind rund 6000 amerikanische Soldaten stationiert.

Sicherheitsberater in Washington und Seoul stimmen sich ab

Die führenden Sicherheitsberater der Regierungen in Seoul und Washington haben sich am Freitag darauf geeinigt, alle möglichen Maßnahmen gegen Nordkorea im Voraus zu diskutieren. Laut einem Regierungssprecher in Seoul wurde dies bei einem Telefonat zwischen dem Leiter des Nationalen Sicherheitsrates Südkoreas, Chung Eui Yong, und seinem amerikanischen Kollegen H. R. McMaster besprochen. Beide Seiten hätten die derzeitige Sicherheitslage sowie Möglichkeiten diskutiert, wie man mit den Bedrohungen umgehen könne.

Um Deeskalation waren auch andere Teile der amerikanischen Regierung bemüht. Die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert, betonte, die Politik des wirtschaftlichen Drucks sei durchaus erfolgversprechend. Sie forderte, kein Land solle mehr Gastarbeiter aus Nordkorea aufnehmen, das Geld fließe nicht in die Familien, sondern in Rüstungsprogramme der Regierung. Nordkorea schickt Gastarbeiter unter anderem nach China, wo diese zum Beispiel auf Baustellen oder in der Landwirtschaft arbeiten.

Auch der amerikanische Außenminister Rex Tillerson versuchte, die Situation zu entschärfen. Von Nordkorea gehe „keine unmittelbare Bedrohung“ aus, sagte der Minister am Mittwoch. Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un verstehe keine diplomatischen Formulierungen. Daher habe Trump ihm eine starke Botschaft in einer Sprache gesandt, die er begreife, erklärte Tillerson.

Quelle: mben./chrs/AFP/dpa
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