Zwischen Mexiko und Amerika

So hoch soll die Mauer werden

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Die amerikanische Regierung hat interessierten Unternehmen die konkreten Anforderungen für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko genannt. Demnach solle die Grenzbefestigung zwischen 18 und 30 Fuß (umgerechnet 5,50 bis 9,00 Meter) hoch sein, teilte das Heimatschutzministerium am Samstag mit. Die Mauer solle außerdem für Menschen unüberwindbar sein und Tunnelbauten unter der Mauer hindurch unmöglich machen. Auf der amerikanischen Seite solle die Farbgebung „ästhetisch ansprechend“ sein.

Außerdem soll die Mauer die Anwendung von Gewalt durch Hammer, Meißel oder Schweißgeräte standhalten. Die etwa 600 interessierten Firmen haben bis zum 29. März Zeit, um Vorschläge für die Konstruktion einzureichen. Anbieter sollen dann zehn Meter breite Mauerstücke zu Vorführungszwecken bauen, danach sollen die Aufträge vergeben werden.

Mauer kostet bis zu 21,6 Milliarden Dollar

Präsident Donald Trump hatte angekündigt, im Kampf gegen die illegale Einwanderung eine 3200 Kilometer lange Mauer errichten zu lassen. Bereits heute ist die Grenze auf langen Abschnitten befestigt, etwa mit Metallzäunen. In einigen Gebieten, zum Beispiel entlang des Rio Grande, stände der Bau einer Mauer der unwegsamen Natur gegenüber. Auch gibt es nicht unerhebliche Größe an Land, das in Privatbesitz ist. Auf einem etwa 120 Kilometer langen Teilabschnitt kommt zudem der Protest des Indianerstamms Tohono O'Odham hinzu, der sich gegen die Sperranlage auf ihrem stellt.

Die Kosten für die Mauer waren in einem internen Bericht des Heimatschutzministeriums, der Reuters im Februar vorlag, auf bis zu 21,6 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 20 Milliarden Euro) geschätzt worden. Das ist deutlich mehr als die zwölf Milliarden Dollar, die Trump im Wahlkampf genannt hatte. Trump will das Nachbarland Mexiko für den Bau zahlen lassen. Das lehnt die Regierung in Mexiko-Stadt jedoch ab. Bisher steht nur ein geringer Teil der Finanzmittel zur Verfügung. Auch in der eigenen Partei kommt die Frage auf, ob die Kosten im Verhältnis zum möglichen Nutzen stehen würden.

Gründe für die Mauer nannte Trump bereits mehrmals während des Wahlkampfs: Demnach komme der Großteil der aus Südamerika geschmuggelten Drogen über den mexikanischen Landweg in die Vereinigten Staaten. Auch Einwanderer könnten mit dem Grenzwall zu Mexiko abgehalten werden, wobei mehrere Studien belegen, dass die Mehrheit der lateinamerikanischen Einwanderer mit dem Flugzeug nach Amerika anreist.

Quelle: marf./Reuters
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