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Vor Treffen mit Kim Jong-un

Die Geheimwaffen des Donald Trump

Von Frauke Steffens, New York
 - 09:11

Präsident Donald Trump und der „Große Führer“ Nordkoreas, Kim Jong-un, im Profil vor ihren Landesflaggen – das Weiße Haus prägte im Mai eine Gedenkmünze für das anstehende Zusammentreffen der beiden. Erst wurden die Silberlinge zum Discount-Preis verschleudert, als Trump den Gipfel absagte, nun sind sie wieder begehrte Sammlerstücke, zumindest für die Anhänger des Präsidenten. Online gibt es auch schon T-Shirts, die Kim und Trump zusammen zeigen – und die rechte Twitter-Gemeinschaft frohlockt. Schließlich hat Trump mit dem Gipfel etwas auf die Beine gestellt, was bislang kein Präsident geschafft hat.

Nun verbreiten seine Anhänger Optimismus, und auch der präsidiale Lieblingssender Fox News inszeniert das Treffen als Event: Wie einst Richard Nixon sei Trump ein großer „Performer“ und werde als solcher einen überragenden Job machen, so ein Kommentator. Für die Bemerkung, es sei ein Treffen „zweier Diktatoren“, musste die Moderatorin Abby Huntsman allerdings am Sonntag schnell um Verzeihung bitten. Einer der wichtigsten Köpfe des Senders, Sean Hannity, der den Präsidenten auch gern bei gemeinsamen Abendessen berät, reiste bereits nach Singapur, um live dabei zu sein. Trump und Kim Jong-un sind inzwischen ebenfalls dort eingetroffen. Am Dienstag soll das historische Treffen über die Bühne gehen.

„Er wird kein Anzeichen der Schwäche zulassen“

Eines haben die vergangenen Tage wieder einmal gezeigt: Mit Donald Trump ist alles möglich. Nachdem der amerikanische Präsident im Anschluss an den G7-Gipfel in Kanada ankündigte, die Schlussvereinbarung nicht zu unterzeichnen, brüskierte er auch noch Premierminister Justin Trudeau und bezeichnete ihn als unehrlich und schwach.

Die Attacke brachten einige seiner Unterstützer in Verbindung mit dem bevorstehenden Treffen mit Kim Jong-un. Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow sagte bei CNN: „Er wird kein Anzeichen der Schwäche zulassen, während er sich auf den Weg macht, um mit Nordkorea zu verhandeln.“ Peter King, republikanischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus, interpretierte Trumps Verhalten als „Warnschuss an Kim Jong-un“ und sagte: „Das ist der Trump-Stil, Dinge anzupacken.“ Der Präsident spiele gern auf Risiko – und bislang habe er damit Erfolg, meint King.

Schlechter ist die Stimmung da schon im Weißen Haus. Insider verrieten der „New York Times“, dass viele Mitarbeiter zunehmend frustriert von dem unberechenbaren Politikstil ihres Chefs seien. Stabschef John Kelly soll in der vergangenen Woche gesagt haben, das Weiße Haus sei ein schrecklicher Arbeitsplatz.

Und inmitten des neuerlichen Aufruhrs meldete sich auch einer zu Wort, der den Präsidenten besonders gut kennt: sein ehemaliger Chef-Stratege Steve Bannon, wie so viele inzwischen in Ungnade gefallen. Trumps Lust an der Konfrontation schrecke zwar seine Gegner, habe ihm aber auch den Sieg bei der Wahl 2016 gebracht: „So hat er gewonnen. Und so regiert er, und das ist seine Geheimwaffe: Drama, Action, die Macht der Emotionen,“ sagte Bannon.

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Fiasko nach G-7- GipfelTrump hinterlässt einen Scherbenhaufen

Die Wähler stehen in Sachen Nordkorea jedenfalls hinter Trump, wie neueste Umfragen zeigen. Einer Erhebung der Quinnipiac Universität zufolge finden 72 Prozent der Amerikaner gut, dass der Gipfel stattfindet. Doch nur 20 Prozent glauben, dass Nordkorea tatsächlich atomar abrüsten wird.

Trump, der anfangs durchaus Gefallen an den Forderungen mancher seiner Anhänger fand, man möge ihm für die Verhandlungen mit Nordkorea doch den Friedensnobelpreis verleihen, gibt sich inzwischen vorsichtiger. Die Aussichten für das erste Treffen mit Kim Jong-un seien „sehr gut“ sagte er auf Nachfrage. Zuvor hatte er deutlich gemacht, dass am Dienstag lediglich ein Prozess gestartet werde – in Singapur sagte er Reportern, es gehe vor allem um ein erstes „Kennenlernen“. „Als Minimum werden wir uns wenigstens getroffen haben. Wir werden einander gesehen haben und hoffentlich werden wir uns gegenseitig mögen“, so Trump am Samstag.

Sein Außenminister Mike Pompeo, der ebenfalls nach Singapur reiste, blieb allerdings dabei: Das oberste Ziel des Treffens müsse die Zusage einer vollständigen und nachprüfbaren Denuklearisierung Nordkoreas sein. Trotzdem ist das Erwartungs-Management des Präsidenten klug: Alles, was nicht zum Eklat wird wie in Kanada, wird aus seiner Sicht ein Erfolg sein.

Quelle: FAZ.NET
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