„Schleimbeutel!“

Trump beschimpft ehemaligen FBI-Chef – mal wieder

 - 19:13
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Ehemaliger FBI-ChefTrump lebt im „Kokon einer alternativen Realität“

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat einen neuen Schwall von Beschimpfungen gegen den geschassten FBI-Chef James Comey losgelassen. Trump warf Comey in einer Twitter-Tirade am Sonntag Lügen, Dummheit und schwere Rechtsbrüche vor, die mit dem Gefängnis geahndet werden könnten.

Der Präsident wies auch einen der zentralen Vorwürfe aus Comeys Memoiren-Buch zurück – nämlich, dass er vom Chef der Bundespolizei persönliche Loyalität gefordert habe.

„Ich habe Comey niemals um persönliche Loyalität gebeten. Ich habe den Kerl kaum gekannt. Eine weitere seiner vielen Lügen“, twitterte der Präsident. Er warf Comey vor, Geheiminformationen durchgestochen und den Kongress belogen zu haben – in Klammern schrieb er „Gefängnis“ dazu. Und er griff eine Beschimpfung aus einem Tweet vom Freitag auf: „Schleimbeutel!“

Mit seinen Tweets versuchte der Präsident, kurz vor einer Reihe von Comey-Interviews in amerikanischen Fernsehsendern in die Offensive zu gehen. Am Sonntagabend (Ortszeit) soll ein Interview des geschassten FBI-Chefs mit dem Sender ABC ausgestrahlt werden, weitere Interviews sind für die kommenden Tage angesetzt. Anlass ist die Veröffentlichung von Comeys Memoiren, in denen der frühere FBI-Chef scharf mit Trump abrechnet.

Comey schildert den Präsidenten in dem Buch als Mann ohne moralischen Kompass, als notorischen Lügner, der das Land im Stil eines Mafiabosses führt. Das Buch mit dem Titel „A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership“ (deutscher Titel: „Größer als das Amt: Auf der Suche nach Wahrheit – der Ex-FBI-Direktor klagt an“) erscheint am Dienstag. Diverse Medien veröffentlichten bereits Auszüge.

Der Präsident hatte Comey im Mai 2017 völlig überraschend entlassen. Trump begründete dies unter anderem mit den FBI-Ermittlungen zur Russland-Affäre, also zu den mutmaßlichen Einmischungen Russland zugunsten Trumps im Wahlkampf und möglichen illegalen Verbindungen von Trump-Mitarbeitern nach Moskau.

Quelle: AFP
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