Staatsbesuch in China

Trump: Wollen gemeinsam die Probleme der Welt lösen

Von Petra Kolonko
 - 21:20
© AFP, reuters

Beim ersten Staatsbesuch des amerikanischen Präsidenten Donald Trump in China zeigten sich beide Seiten um bessere Beziehungen bemüht. Amerika und China könnten gemeinsam die Probleme der Welt lösen, sagte Trump nach Gesprächen mit dem chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping am Donnerstag in Peking. Xi Jinping sprach von einem Neuanfang in den Beziehungen.

Nachdem Präsident Trump wiederholt das große Defizit Amerikas im Handel mit China kritisiert hatte, wurden am Donnerstag im Beisein beider Präsidenten Verträge und Absichtserklärungen in Höhe von 250 Milliarden Dollar unterzeichnet. Die Vereinbarungen erstrecken sich unter anderem auf den Energiesektor sowie die Luftfahrt und die Elektronikbranche. Auch Autobauer und Nahrungsmittelkonzerne profitieren von den Abschlüssen. Trump sagte, er mache China wegen des Handelsdefizits keinen Vorwurf. Der Fehler liege bei früheren amerikanischen Regierungen, die es ermöglicht hätten, dass das „außer Kontrolle geratene Handelsdefizit“ immer weiter zugenommen habe. Chinas Staatschef Xi Jinping gestand ein, dass es „einige Unstimmigkeiten im bilateralen Handel“ gegeben habe.

Trump drängte China abermals, mehr Druck auf Nordkorea auszuüben. Das Land sei in der Lage, das Nordkorea-Problem einfach und schnell zu lösen, sagte der amerikanische Präsident. Xi Jinping machte in der Frage des Umgangs mit Nordkorea keine Zusicherungen. Er wiederholte die chinesische Position, nach der China einem atomwaffenfreien Nordkorea sowie Frieden und Stabilität verpflichtet sei.

Peking hatte sich sehr besorgt über die wachsenden Spannungen zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten geäußert und beide Seiten zur Zurückhaltung aufgerufen. China besteht auf einer Verhandlungslösung und will einen Krieg in Korea vermeiden. Es hat in den letzten Monaten bereits Sanktionen gegen das Nachbarland verschärft.

Der amerikanische Außenminister Rex Tillerson sagte nach Trumps Besuch in Peking, beide Staatschefs hätten ein sehr offenes und detailliertes Gespräch geführt, auch über Chinas Vorgehen im Südchinesischen Meer. China erhebt dort Gebietsansprüche und hat künstliche Inseln geschaffen, um diese zu untermauern.

Trump, der sich in den ersten Monaten seiner Amtszeit kritisch über China geäußert hatte, wurde in Peking mit besonderer Aufmerksamkeit empfangen. China ist die dritte Station von Trumps Asien-Reise. An diesem Freitag nimmt er in Vietnam am Gipfeltreffen des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) teil. Tillerson bestritt am Donnerstag Berichte aus Russland, nach denen dort ein Treffen mit Präsident Putin geplant sei.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Kolonko, Petra (P.K.)
Petra Kolonko
Politische Korrespondentin für Ostasien.
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