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Zukunft von Kittel entscheidet sich nach der Tour

© dpa, frez./dpa

Die Zukunft des fünfmaligen Tour-de-France-Etappensiegers Marcel Kittel bleibt weiter ungewiss. Kittel, dessen Vertrag in diesem Jahr ausläuft, wird sich wohl erst nach der Tour der France entscheiden. „Ich habe keinen Stress. Die Gespräche laufen. Das Finanzielle ist einerseits wichtig, es muss aber auch sportlich stimmen. Ich will nichts überstürzen und eine gute Wahl treffen“, sagte der 29 Jahre alte Sprinter am zweiten Ruhetag der 104. Tour de France in St. Etienne.

Quick-Step-Teamchef Patrick Lefevere scherzte bereits, dass er Kittel kaum mehr bezahlen könne, so hoch sei inzwischen der Marktwert. Ende 2015 hatte der Belgier den derzeitigen Träger des Grünen Trikots geholt, nachdem Kittel zuvor bei Giant-Alpecin nach einem schlechten Jahr den Vertrag vorzeitig aufgelöst hatte. „Marcel hatte ein schlechtes Jahr. Aber ein schlechtes Jahr bedeutet nicht ein schlechtes Leben“, sagte Lefevere, der damit auf die unglückliche Trennung zwischen Kittel und seinem damaligen Team anspielt. Nach einer Virus-Infektion hatte Kittel 2015 lange pausieren müssen, das Team fuhr ohne ihn zur Tour. Es kam zum Bruch – und schließlich zur Trennung.

Das Katusha-Team mit dem deutschen Geldgeber Alpecin würde Kittel dagegen gern verpflichten. Deren Kapitän Tony Martin würde sich freuen. „Ich hätte nichts dagegen. Das wäre schön“, sagte Martin und zeigte sich höchst interessiert an den kursierenden Spekulationen. Mehrere Team sind an Kittels Diensten interessiert. Es ist aber weiter möglich, dass der deutsche Rekord-Etappensieger bei seinem jetzigen belgischen Arbeitgeber Quick-Step verlängert.

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Erst einmal will Kittel aber das Grüne Trikot bei der Tour de France verteidigen. Sein Nachfolger beim Sunweb-Team, der Australier Michael Matthews, ist dabei sein ärgster Konkurrent. „Ich habe immer gesagt, dass es noch knapp wird. Ich denke, dass es sich auf den Champs Élysées entscheiden wird“, sagte der fünfmalige Etappensieger, der nur noch 79 Punkte vor Matthews liegt: „Das Grüne Trikot wäre ein Traum, der wahr werden würde. Ein Traum, den ich eigentlich schon abgehakt hatte.“ Als letzter Deutscher hatte Erik Zabel das Trikot gewonnen.

Sein ehemaliger Teamchef Iwan Spekenbrink jedenfalls sieht Kittel klar im Vorteil: „Normalerweise ist es ein Ding für Marcel. Es kommt auf ihn an. Sein einziger Konkurrent ist er selbst. Es geht darum, ob er die Ausdauer hat durchzuhalten.“ Das wiederum werden die Alpen zeigen.

Quelle: frez./dpa
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