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Fang dir doch dein Krabbenbrötchen selbst!

Von Volker Mehnert
 - 14:21
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Es ist glatt im Watt. Kieselalgen und hunderttausend millimetergroße Wattschnecken pro Quadratmeter sorgen für eine glitschige, schmierig-braune Oberfläche. Vorsicht ist also geboten, damit wir auf dem Weg zum Krabbenfang nicht ausrutschen und längelang im Schlick landen. Je matschiger das Watt ist, das sich an manchen Stellen bis zu dreißig Kilometer weit in die Nordsee hinausschiebt, desto mehr Leben bewegt sich darin; bis zu zweitausend Arten tummeln sich hier im Schlick. Wir stapfen also durch eine schwer vorstellbare Vielfalt an Muscheln, Schnecken und Austern, Algen, Schlickkrebsen, Würmern und anderen tierischen Winzlingen.

Einige hundert Meter weiter auf unserem Marsch Richtung Horizont verändert sich plötzlich das Geläuf. Es wird weich und tief. Die Rutschgefahr ist jetzt vorbei, dafür heißt es aber, zügig voranzugehen, damit wir nicht mit beiden Füßen im Matsch steckenbleiben und womöglich bis zu den Oberschenkeln darin versinken. Manch einer musste schon von Rettungskräften oder sogar mit dem Hubschrauber aus einer solch brenzligen Lage befreit werden. Entwarnung voraus scheint dann eine trittfeste, sandige Fläche zu versprechen, eine etwas höher gelegene Sandbank. Doch auch dieser Boden hat seine Tücken, denn hier stecken Tausende von Muscheln im Boden, die mit ihren spitzen Schalen aus dem Watt herausragen. Sie verlangen genaues Hinsehen und einen aufmerksamen Spitzentanz durchs Muschelfeld, damit wir uns die nackten Füße nicht verletzen.

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Quelle: F.A.Z.
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