Affäre um Kengeter

Deutsche Börse deckelt Vorstandsgehälter

 - 18:37

Die Deutsche Börse hat vor dem Hintergrund der Insideraffäre um Konzernchef Carsten Kengeter eine neue Gehaltsobergrenze für den Vorstand beschlossen. Künftig sollten Mitglieder des Führungsgremiums maximal 9,5 Millionen Euro pro Jahr verdienen dürfen, teilte der Konzern am Donnerstag mit. Darunter fielen nach einem entsprechenden Beschluss des Aufsichtsrats die fixe und variable Bezahlung sowie die betriebliche Altersvorsorge. Die neue Obergrenze solle bereits für das laufende Geschäftsjahr gelten.

Hintergrund für das neue System ist auch das Insiderverfahren um Kengeter, das die Deutsche Börse mit einem Bußgeld von 10,5 Millionen Euro aus der Welt schaffen will.

Wert an Gewinn geknüpft

Der Vorstandschef hatte im Dezember 2015 mit privatem Geld Aktien im Wert von 4,5 Millionen Euro gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Die Deutsche Börse hatte damals im Rahmen des eigens für Kengeter aufgelegten Programms weitere Aktien im Wert von 4,5 Millionen Euro oben drauf gepackt. Deren Wert ist unter anderem an den Gewinn des Börsenbetreibers geknüpft und steht erst in einigen Jahren fest. Im Optimalfall wäre damit eine weit höhere Gesamtvergütung für Kengeter möglich als nun maximal erlaubt.

Im Februar 2016 wurden dann die inzwischen gescheiterten Fusionspläne zwischen Deutscher Börse und der Londoner Börse LSE bekannt. Diese hatten den Aktienkurs getrieben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt daher wegen des Verdachts des Insiderhandels: Sie wirft Kengeter vor, bereits im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss der Börsen geführt und das lukrative Aktiengeschäft in diesem Wissen getätigt zu haben.

Die Deutsche Börse teilte mit, die Überarbeitung der Vergütungsregeln sei schon seit langem vorbereitet worden. Der Aufsichtsrat habe sich mit dem Thema direkt nach der Hauptversammlung im Frühjahr befasst.

Quelle: dpa
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