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Eurowings streicht geplante Flüge nach Berlin

Von Falk Heunemann
 - 10:09

Die Lufthansa-Tochter Eurowings will zwischen Frankfurt und Berlin vorerst doch keine Direktflüge anbieten. Das bestätigte gestern eine Unternehmenssprecherin. Dabei hatte der Konzern erst im November angekündigt, dass die Billigtochter von Sommer an mehrmals täglich zwischen der Mainmetropole und der Bundeshauptstadt pendeln wolle.

Eurowings begründet die Absage mit der Pleite von Air Berlin: „Durch die Insolvenz haben von einem Tag auf den anderen 60000 Sitze im Markt gefehlt“, teilt Geschäftsführer Oliver Wagner mit. „Diese Kapazität wird Eurowings jetzt zusammen mit den anderen Airlines der Lufthansa Group wieder für ihre Kunden aufbauen.“

Wettbewerb mit Easyjet und Bahn

Ein zentraler Grund dürfte allerdings der verschärfte Wettbewerb auf der Strecke sein, der auf die Preise drückt. Zum einen bietet die Billigairline Easyjet seit Anfang Januar wöchentlich 68 Flüge zwischen Berlin und Frankfurt an. Die Londoner nutzen dafür Maschinen sowie Start- und Landerechte, die sie aus der Insolvenzmasse von Air Berlin übernehmen konnten. Die Discounterairline will größter Konkurrent der Lufthansa auf innerdeutschen Strecken werden. Allerdings hat auch der deutsche Konzern bereits kräftig vom Aus für Air Berlin profitiert, vergangenes Jahr verzeichnete er 19 Prozent mehr Passagiere.

Zum anderen hat die Deutsche Bahn die Frequenz der ICE zwischen beiden Städten auf 26 Verbindungen erhöht. Weil die Schnellzüge trotz mehrerer Zwischenstopps nur noch gut vier Stunden benötigen, sind sie fast so schnell wie Flüge, wenn man die Reisezeit von und zu den Flughäfen sowie den Check-in einrechnet. Mittlerweile sind die Preise für einen Flug zwischen Frankfurt und Berlin deutlich günstiger als etwa zwischen München und der Bundeshauptstadt: Teilweise sind sie für unter 70 Euro zu bekommen, das entspricht in etwa dem Preis eines Zugtickets mit Bahncard 50.

Flüge zwischen Berlin und Frankfurt seien aber „nicht vom Tisch“, hieß es gestern von Eurowings-Geschäftsführer Wagner: „Wir haben die Strecke weiter auf unserem Radar.“

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Heunemann, Falk
Falk Heunemann
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung und bei dem Wirtschaftsmagazin Metropol.
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