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Nach Bombenfund in Frankfurt

Verzögerung der Evakuierung ohne strafrechtliche Folgen

 - 15:47
Kontrollgang: Polizisten prüften am 3. September, ob auch wirklich alle Anwohner im Bomben-Sperrbezirk ihre Wohnungen verlassen hatten - manche mussten ermuntert werden Bild: Helmut Fricke, dpa

Die stundenlange Verzögerung der Bomben-Entschärfung in Frankfurt vor einem Monat hat keine strafrechtlichen Folgen. Keiner der Menschen, die sich zu lange in der Sperrzone aufhielten, habe es den Ermittlungen zufolge grob auf Zeitverzögerungen angelegt, sagte Polizei-Sprecher Alexander Kießling am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Es seien dadurch auch keine zusätzlichen Kosten entstanden. Rund 65.000 Menschen waren von der größten Evakuierung der Nachkriegszeit betroffen. Die Sperrzone um den Fund der 1,8 Tonnen schweren Weltkriegsbombe auf dem Universitäts-Campus Westend war 1,5 Kilometer groß.

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Die gesamten Kosten stehen nach Darstellung der Stadt noch nicht fest. Schätzungen waren von einigen Millionen Euro ausgegangen. Ob auf einige Bürger wegen ihres Verhaltnes finanzielle Forderungen zukommen, ist noch unklar. Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) und der Leiter des Ordnungsamtes Jörg Bannach hatten angekündigt, dies zu prüfen. Dies werde jedoch geraume Zeit dauern.

Von der ganzen Aktion nichts gewusst

Die Polizei hatte während der Evakuierung fast 300 Platzverweise erteilt und fünf Menschen in Gewahrsam genommen, weil sie die Sperrzone nicht rechtzeitig verlassen hatten. Einige hätten von der ganzen Aktion nichts gewusst, weil sie mehrere Tage im Ausland waren oder erst an dem Morgen aus einem längeren Urlaub zurückgekehrt seien, sagte Kießling. Die gefährliche Luftmine war fünf Tage vor ihrer Entschärfung entdeckt worden. Zwei Männer, die während der Entschärfung in der Nähe auftauchten, seien ahnungslos gewesen und erst am Morgen in die Stadt gefahren.

Straßen ohne Menschen
Evakuierung: Geisterstadt Frankfurt

Die Verzögerung von Entschärfung und Evakuierung habe auch an den Rettungsfahrzeugen gelegen. Sie mussten viel mehr Menschen aus der Sperrzone bringen als angemeldet und geplant.

Quelle: dpa
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