Deutsche Beteiligungs AG

Ein guter Finanzinvestor

Von Thorsten Winter
 - 12:12

Die erfolgreichsten und im Zweifel größten Vertreter ihres Fachs treffen in der Bundesliga aufeinander, doch auch in der dritten Liga tummeln sich beachtliche Spieler. Und bisweilen schlägt ein Kleiner einen Großen.

Das gilt für den Fußball wie für die Börse. Ihre dritte Liga heißt S-Dax. Dieser Aktienindex enthält viele Mittelständler und läuft besser als der Dax mit den 30 größten Konzernen. Die Deutsche Beteiligungs AG aus Frankfurt wiederum glänzt noch viel stärker. Innerhalb eines Jahres ist die Aktie des Unternehmens um 50 Prozent gestiegen. Höher als derzeit stand sie nur in der verrückten Börsenzeit zum Ende der neunziger Jahre, bevor die Spekulationsblase platzte.

Das kurz Deutsche Beteiligung genannte Unternehmen ist ein Finanzinvestor. Mit dem Schimpfwort Heuschrecke wird es aber nicht in Verbindung gebracht, jedenfalls nicht im nachteiligen Sinne. Einmal wurde die Firma sogar als „Anti-Heuschrecke“ bezeichnet. Das mag damit zu tun haben, dass die Firma nur in Deutschland nach Beteiligungen aus dem Mittelstand sucht und gerne in Familienbetriebe investiert. Solche Inhaber überlegen sich meist gut, an wen sie verkaufen.

Zudem ist der Finanzinvestor an der Börse gelistet. „Wir können es uns gar nicht leisten, ruppig vorzugehen“, sagt ein Sprecher. Wirtschaftlich ist die Firma gut unterwegs. Das Geschäftsjahr 2016/17 schloss sie Ende September mit einem Gewinn von 90 Millionen Euro ab, 40 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Überdurchschnittliche Dividendenrendite

Für Christoph Schlienkamp war es ein herausragendes Jahr der Firma. Der Analyst des Bankhauses Lampe kennt das Unternehmen seit vielen Jahren und bewertet es. Wie er sagt, hat es zuletzt Beteiligungen sehr gewinnbringend verkauft. Die Schülerhilfe, die viele Eltern und Schulkinder kennen, und der Mittelständler Grohmann gehörten dazu. Diesen Vorreiter im Maschinenbau für Elektromobilität hat die Deutsche Beteiligung mehr als 20 Jahre gehalten und vor einem Jahr an den Elektroautobauer Tesla veräußert. Auch diese Transaktion trug zu einem Geschäftsjahr bei, „das sich nicht eins zu eins wiederholen lässt“, sagt Schlienkamp. Bei Verkäufen profitiere die DBAG von hohen Firmenbewertungen, umgekehrt ergebe sich ein entsprechendes Risiko bei Käufen.

Er geht aber wieder von einem überdurchschnittlichen Geschäftsjahr aus. Gleichwohl sieht er die Aktie mit den aktuell gezahlten 47 Euro als fair bewertet an. Nur einen Hauch mehr Luft nach oben sehen Baader Research und SRC Research. Gleiches gilt für Warburg Research: Analystin Marie-Thérèse Grübner hat zwar gerade das Kursziel erhöht und eine Kaufempfehlung ausgesprochen. Doch da das Papier aus ihrer Sicht mit 48 Euro gut bezahlt ist, bleibt nur wenig Kursphantasie.

Dessen ungeachtet spricht der Trend für den Titel. Und beachtlich ist außer dem Kursauftrieb auch die Dividendenrendite. Sie beträgt überdurchschnittliche drei Prozent.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Winter, Thorsten (thwi)
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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