Frankfurt

Ein kirchlicher Gruß an Pegida

Von Stefan Toepfer, Frankfurt
 - 06:01

Die evangelische Kirche und die Stadt setzen an der St. Katharinenkirche, vor der montags Anhänger wie Gegner der Pegida-Bewegung demonstrieren, ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Gewalt. Am Turm des Gotteshauses an der Hauptwache hängt nun ein Banner, auf dem „Liebe Deinen Mitmenschen, er ist wie Du“ steht.

Nach den Worten von Stadtdekan Achim Knecht und Kirchendezernent Uwe Becker (CDU) soll die Aktion sowohl die Teilnehmer der Pegida-Kundgebung ansprechen, die für Ausgrenzung stehe, als auch deren Gegner, zumal dann, wenn diese Gewalt anwendeten. Becker kritisierte, dass Heidi Mund, die Organisatorin von Pegida in Frankfurt, unter einem „christlichen Label“ Menschen auseinanderdividiere. Das widerspreche dem Kern des Christentums. Knecht warb für eine „offene Haltung“ anderen gegenüber.

Außenbeleuchtung war schon abgeschaltet worden

Die Katharinenkirche ist eines jener Gotteshäuser im Zentrum, die der Stadt gehören. Für Aufmerksamkeit sorgen soll die ungewohnte Übersetzung des Satzes Jesu, den man sonst so kennt: „Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst.“ Man habe sich für die andere Fassung entschieden, so der neue Stadtkirchenpfarrer Olaf Lewerenz. „Sie ist näher am Urtext.“ Sie gehe zurück auf die jüdischen Gelehrten Martin Buber und Leo Baeck. Ursprünglich steht der Satz im Alten Testament. Jesus zitiert ihn gewissermaßen.

Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, unterstützt die Aktion. Die St. Katharinen-Gemeinde habe sie schon länger erwogen, so Pfarrerin Gita Leber. Bisher war aus Protest gegen die Kundgebungen die Außenbeleuchtung der Kirche abgeschaltet worden.

Quelle: F.A.Z.
Stefan Toepfer
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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