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Wohnheim in Frankfurt

Mehr als 2000 Studenten auf der Warteliste

Von Tobias Schrörs
 - 06:51

An der Ginnheimer Landstraße entstehen derzeit 297 neue Wohnungen des Studentenwerks Frankfurt. Die Freude über den Neubau am sportwissenschaftlichen Campus der Goethe-Universität ist groß – trotzdem dürfte auch nach der Eröffnung die Warteliste der Interessenten für einen Wohnheimplatz des Studentenwerks nicht viel kürzer werden. Derzeit sind dort 2300 Personen verzeichnet. „Die 280 Erstsemester, die hier im Oktober ihr Sportstudium aufnehmen werden, könnten das Haus alleine füllen“, sagte eine Vertreterin der Studenten bei der Grundsteinlegung mit Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) am Donnerstag.

Rund 23 Millionen Euro wird das neue Wohnheim kosten. Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt stellen jeweils drei Millionen Euro bereit. Das Grundstück für den Neubau hat die Goethe-Universität beigesteuert. Wenn das Wohnheim 2020 eröffnet ist, werden die Mieter für ihre 20-Quadratmeter-Appartements rund 350 Euro im Monat zahlen.

In Hessen sind öffentlich geförderte Studentenwohnungen schon seit langem Mangelware. „Wir bauen dem Zuwachs hinterher“, sagte der Geschäftsführer des Studentenwerks Frankfurt, Konrad Zündorf. Rhein wiederum erinnerte daran, dass die Investitionen des Landes im Vergleich zum Anfang der Legislaturperiode im Haushaltsjahr 2014 um rund 25Prozent gestiegen seien.

Die meisten Studenten kommen nicht unter

Von 63.294 Frankfurter Studenten kommen derzeit nur 4405 in den Genuss einer der öffentlich geförderten Wohnungen, die von Studentenwerken, Kirchen und anderen Trägern bewirtschaftet werden. Im Einzugsgebiet des Studentenwerks Frankfurt, das auch Offenbach, Rüsselsheim, Wiesbaden und Geisenheim umfasst, warten die angehenden Akademiker durchschnittlich sechs Monate auf einen Platz im Wohnheim.

Erhebungen des Deutschen Studentenwerks zufolge ist die Versorgung mit öffentlich gefördertem Wohnraum für Hochschüler in Hessen insgesamt unterdurchschnittlich. Während bundesweit im Mittel rund zehn Prozent aller Studenten einen Wohnheimplatz bekommen, sind es in Hessen nur sieben Prozent. Innerhalb des Landes zeigen sich zudem deutliche Unterschiede: Nach einer statistischen Übersicht des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2017 können in Marburg 9,1Prozent in ein Wohnheim ziehen, in Darmstadt sind es 7,4Prozent. In Gießen leben 6,8 Prozent in öffentlich gefördertem Wohnraum. Im Einzugsgebiet des Frankfurter Studentenwerks sind es wie im Landesdurchschnitt rund sieben Prozent. Auf Länderebene schneidet lediglich Berlin schlechter ab als Hessen. Thüringen hingegen kann einen Anteil von 15Prozent vorweisen.

Wohngemeinschaften sind weniger gefragt

„Zehn Prozent ist natürlich unsere Zielquote“, sagte Rhein am Donnerstag. Zehn Prozent will auch Studentenwerks-Geschäftsführer Zündorf. Konkrete Vereinbarungen für die Zukunft gebe es mit dem Land allerdings noch nicht. Der 15-Millionen-Etat des Landesförderprogramms „Studentisches Wohnen“ sei nun ausgeschöpft, sagte Zündorf. Man sei im Gespräch und denke mit Blick auf Frankfurt unter anderem über Gebäude nach, die außer Studentenwohnungen auch einen Supermarkt oder eine Schule beherbergten. Denn ein weiteres Hindernis für Neubauten dieser Größenordnung sei der Mangel an freien Flächen. Um jedem zehnten Studenten in Hessen einen Wohnheimplatz geben zu können, müssten 7000 Wohnungen gebaut werden.

„Allein in Frankfurt brauchen wir 2000 neue Plätze, um die zehn Prozent zu schaffen“, sagte Zündorf. Bisher wolle die Stadt Frankfurt nur dabei helfen, 1000 weitere Plätze zu schaffen. Unter anderem sollen bis 2021 fünf neue Wohnheime gebaut werden. Im nächsten Jahr wird ein Wohnheim in der Platensiedlung eröffnet. Bis 2020 sollen außer den Appartements an der Ginnheimer Landstraße auch Wohnungen am Rohmerplatz in Frankfurt und an der Hollerbornstraße in Wiesbaden bezugsfertig sein. Der größte Neubau wird an der Riedbergallee entstehen: 2021 werden dort 317 Studenten einziehen.

Wie das neue Wohnheim an der Ginnheimer Landstraße werden auch die anderen Häuser mehrheitlich über Einzelwohnungen verfügen. „Flurgemeinschaften und Wohngemeinschaften, in denen man alles teilen muss, sind weniger gefragt“, sagte Zündorf.

Quelle: F.A.Z.
Tobias Schrörs
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