Uwe Becker

„Antisemitismus stärker bekämpfen“

Von Hans Riebsamen, Frankfurt
 - 10:03

Verstärkte Anstrengungen zur Bekämpfung des Antisemitismus hat Bürgermeister Uwe Becker (CDU) gefordert. Die Judenfeindlichkeit, so Beckers Warnung, komme nur noch in seltenen Fällen in Springerstiefeln daher. Sie habe die Hinterzimmer radikaler Gruppen verlassen und trete längst wieder in der Mitte der Gesellschaft auf. Der heutige Antisemitismus reiche vom rechtsradikalen Mob bis hinein in die antiisraelische Linke, seine Spannweite erstrecke sich vom klassischen Judenhass bis zum intellektuell verpackten Antizionismus, der als „Israel-Kritik“ daherkomme. „Es ist an der Zeit, dem wachsenden Antisemitismus in Europa entschiedener entgegenzutreten als bisher“, sagte Becker. Nicht nur der Staat müsse hier konsequenter handeln, vielmehr sei jeder Einzelne gefordert.

Judenfeindlichkeit auf Schulhöfen etwa dürfe nicht bagatellisiert werden. „Wo der Begriff ,Jude‘ als Schimpfwort gebraucht wird, muss darauf reagiert werden.“ Eine besondere Herausforderung stelle jener Antisemitismus dar, der aus dem Nahen und Mittleren Osten, wo schon Kinder mit dem Feindbild des bösen Juden aufwüchsen, nach Europa und Deutschland importiert werde. Eine der Aufgaben der Integration müsse darin bestehen, den neuangekommenen klarzumachen, dass jeder, der zur hiesigen Gesellschaft gehöre, auch die Geschichte mit ihr teile. Aus dieser ergebe sich, dass Antisemitismus nicht zu tolerieren sei.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Riebsamen, Hans (rieb.)
Hans Riebsamen
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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