Gender Award

Frankfurt erhält Preis für Frauenpolitik

Von Mechthild Harting
 - 09:45

Die Stadt ist für ihre Frauenpolitik und Gleichstellungsarbeit im Bundesfrauenministerium in Berlin mit dem „Gender Award – Kommune mit Zukunft“ ausgezeichnet worden. Frankfurt gewann den zweiten Preis vor Düsseldorf, landete aber hinter der Region Hannover. Den undotierten Preis hat die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen erstmals 2016 vergeben, sie zeichnet nun alle zwei Jahre die Städte aus, die Ungerechtigkeiten zwischen Frauen und Männern aufspüren und dauerhaft versuchen abzuschaffen. Der Preis wird mit Geld des Bundesfrauenministeriums unterstützt.

Frankfurt wurde mit dem zweiten Preis ausgezeichnet, da die Stadt mit dem internen, eigenständigen Gleichstellungsbüro für die mehr als 10 000 Mitarbeiter der Stadtverwaltung und dem allgemeinen Frauenreferat, das die Interessen aller Frankfurterinnen vertreten soll, „einen großen Personalpool für die Gleichstellungsarbeit der Kommune“ bereitstelle, heißt es in der Begründung. In ihren Ausschreibungen für neue Führungspositionen lege Frankfurt großen Wert auf „Genderkompetenz“, argumentiert die Jury. Zudem sei Frankfurt der Europäischen Gleichstellungscharta beigetreten und habe für deren Umsetzung Personal und Geld bereitgestellt. Mit Kampagnen wie „Armut ist eine Frau“ habe die Stadt ferner nicht nur geschlechtsspezifisch Daten erhoben, sondern vor allem versucht, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen.

Frankfurt hat als eine der ersten Städte schon 1989 ein eigenes, gut ausgestattetes Frauenreferat eingerichtet, das nun über elf Stellen verfügt. Arbeitsmarktprogramme für Frauen, mädchenspezifische Angebote, Gewaltschutz, Begleitung geflüchteter Frauen, Tagungen und Kampagnen wie die derzeitige zum Thema „Frauen.Macht.Politik.“ hat das Frauenreferat initiiert – oder sie werden unterstützt.

Preis als „wunderbarer Ansporn“

Für Frauendezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen), die die Auszeichnung in Berlin entgegennahm, ist der Preis eine Anerkennung für die Politik und Arbeit im Römer, die das Ziel habe, die Lebens- und Arbeitssituation von Frauen in Frankfurt zu verbessern. „Wir machen die Stadt frauenpolitisch gerechter“, sagte Heilig. Und Personaldezernent Stefan Majer (Die Grünen) ergänzte, dass der Preis ein „wunderbarer Ansporn“ sei, den Weg gemeinsam und konsequent fortzusetzen – „gegen alle Gleichberechtigungs-Ignoranten in Politik und Gesellschaft“.

Quelle: F.A.Z.
Mechthild Harting
Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.
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