Hilfe greift

30 Suchtkranke sind rund um die Uhr im Bahnhofsviertel

 - 17:08

Im berüchtigten Frankfurter Bahnhofsviertel halten sich gut 30 Drogenabhängige rund um die Uhr auf. Das ist eine der ersten Erkenntnisse der intensivierten Sozialarbeit in dem Stadtteil, wie Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Freitag berichtete. Um diesen Menschen zu helfen, seien individuelle Angebote notwendig: „Jeder Einzelfall ist anders.“

Zwei Sozialarbeiter sind seit Anfang Juli jede Nacht in dem Viertel unterwegs, wenn die Druckräume und Drogenhilfe-Einrichtungen von 23 bis 6 Uhr geschlossen haben. Sie haben innerhalb von 48 Nächten fast 90 Rauschgiftsüchtige in Notschlafstätten gebracht und 18 dauerhaft in einer Einrichtung untergebracht, wie die Geschäftsführerin der Integrierten Drogenhilfe, Gabriele Becker, berichtete. 15 Menschen seien an die Drogenhilfe vermittelt. Mit mehr als 70 Suchtkranken führten die Sozialarbeiter intensive Gespräche. Bei rund 30 Notfällen hätten Polizei oder Rettungsdienste geholt werden müssen.

„Wir haben eine Reihe von Leuten wieder näher an das Drogenhilfesystem herangeführt“, sage Majer. Die Zusammenarbeit mit der Polizei sei gut. Rund 80 Prozent der befragten Drogenabhängigen konsumierten Crack sowie bis zu sieben andere Substanzen. Etwa 70 Prozent seien Männer, das Durchschnittsalter liegt bei 39 Jahren. Als sehr schwierig gelten etwa 30 bis 80 Schwerabhängige. In den Drogen-Konsumräumen werden jedes Jahr bis zu 4800 Menschen gezählt.

Quelle: dpa
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