E-Ticket in Frankfurt

Der Papierfahrschein verschwindet

Von Hans Riebsamen
 - 10:00

Für die Nutzer von Bussen und Bahnen in Frankfurt ist es bald mit dem Schlangestehen zu Monatsbeginn an den Schaltern der Verkehrsgesellschaft vorbei. Denn die VGF stellt ihre 600 Fahrscheinautomaten auf das elektronische Ticket, das E-Ticket, um. Die Kunden müssen im Prinzip jetzt nur noch einmal in ihrem Leben an einen Kundenschalter gehen – um sich eine Chipkarte für das E-Ticket ausstellen zu lassen.

Die Umstellung der Automaten beginnt am Montag mit einer Probephase, die einen Monat dauern wird. An den Stationen Hauptwache, Konstablerwache und fünf weiteren Haltestellen werden Automaten so umgerüstet, dass man dort auf seine Chipkarte die 65-plus-Monatskarte für Senioren, die Jahreskarte oder die 9-Uhr-Jahreskarte laden kann.

Komplette Umstellung startet im Herbst

Bis August probiert die VGF zuerst einmal an diesen Stationen aus, ob die von dem Mönchengladbacher Automaten-Hersteller Scheidt&Bachmann aufgerüsteten Fahrkartenautomaten gut funktionieren. Von August an wird dann die Hälfte der 600 Automaten so verändert, dass sie alle Arten von E-Tickets ausgeben kann: Jahreskarten, 9-Uhr-Jahreskarten, Clever-Cards, Monats- und Wochenkarten sowie Jahres-, Monats- und Wochen-Zuschlagkarten. Außer Einzelfahrscheinen und Tageskarten spucken diese Geräte keine Papiertickets mehr aus. Jedoch wird in den genannten Stationen bis Oktober immer auch noch ein Automat stehen, der alle Ticketformen ausdruckt.

Von Oktober an werden die restlichen 300 Automaten auf das E-Ticket umgestellt. Kunden ohne Chipkarte können danach zwar noch weiter Zeitkarten in Papierform kaufen, aber nur an den Ticketcentern Hauptwache, Konstablerwache, Bornheim-Mitte und Bahnhof Höchst sowie an den etwa 80 VGF-Ticket-Shops im Stadtgebiet.

Mehr Ticketverkäufe am Automaten

Immer mehr Fahrgäste kaufen ihre Zeitkarten an den Automaten. Sie sind in den vergangenen zwei Jahren modernisiert und mit Touchscreen-Bildschirmen ausgestattet worden. Jetzt kann man dort ein breites Sortiment an Zeitkarten erwerben und mit Giro-Card oder Kreditkarte zahlen. Dies hat nach Angaben der VGF dazu geführt, dass der Automatenkauf von Zeitkarten sprunghaft zugenommen hat. Im Januar 2014 seien an den Geräten knapp 29.000 Zeittickets ausgegeben worden, ein Jahr später seien es schon mehr als 40.000 gewesen, was Einnahmen von 2,7 Millionen Euro entsprochen habe.

Dabei habe es sich zwar nicht um zusätzliche Einnahmen für die VGF gehandelt. Doch zeige die Entwicklung, dass das ausgeweitete Angebot von Fahrkarten an den Automaten von den Fahrgästen angenommen werde. In der Folge seien die Ticket-Center entlastet worden. Die neuen E-Ticket-Funktionen der Frankfurter Automaten sind laut VGF deutschlandweit einmalig. Nirgendwo anders in der Republik verfügten die Fahrscheinautomaten über ein vergleichbares Angebot.

Nach Frankfurt dürften bald auch andere Städte und Kreise im Rhein-Main-Gebiet ihre Automaten umstellen. Denn der Rhein-Main-Verkehrsverbund setzt große Hoffnungen auf das E-Ticket.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Riebsamen, Hans (rieb.)
Hans Riebsamen
Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
TwitterGoogle+
  Zur Startseite
Ähnliche ThemenVGF