Al-Wazir eine Ausnahme

In Flotte von Schwarz-Grün spielt Diesel die Hauptrolle

 - 13:09

Die hessische Landesregierung musste bisher bei keinem ihrer 88 Dienstfahrzeuge mit Dieselmotor ein Software-Update zur Schadstoffreduzierung aufspielen lassen. Bei einem Fahrzeug des Verkehrsministeriums wäre zwar ein Update nötig gewesen, dieses werde jedoch noch diesen Monat gegen einen Benziner ausgetauscht, wie Sprecher Marco Kreuter auf Anfrage erklärte.

Weil die Autos für die Ministerien oft weite Strecken im Jahr zurücklegen, spielt der Diesel hier nach wie vor die Hauptrolle, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Immer wichtiger werden zudem Hybrid-Fahrzeuge, bei denen ein Elektromotor in Kombination mit einem Verbrenner arbeitet. Beim Verkehrsministerium von Tarek Al-Wazir (Die Grünen) beispielsweise kommen 12 von 14 Dienstwagen an die Steckdose.

Für die Staatskanzlei sind derzeit in Wiesbaden sowie den Außenstellen Brüssel und Berlin insgesamt 23 Fahrzeuge im Einsatz, 12 davon Diesel, erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Elke Cezanne. Sie alle erfüllten die Euro 6 Abgasnorm.

In vielen deutschen Kommunen ist die Luft stark mit gesundheitsschädlichem Stickoxid (NOx) aus Diesel-Auspuffen belastet. Beim Dieselgipfel sagten die deutschen Hersteller Anfang August neue Abgas-Software für zusätzliche 2,8 Millionen Fahrzeuge zu.

Bouffiers Dienstfahrzeug landet bei Abgas-Ranking auf hinterem Rang

In einem Abgas-Vergleich der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belegt das Auto von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) den viertletzten Platz unter den insgesamt 16 Länderchefs. Bouffier lässt sich demnach in einem Benziner mit einem CO2-Ausstoß von 254 Gramm pro Kilometer fahren. Das geht aus einem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Ranking der DUH hervor. Insgesamt landet Hessen im Vergleich der Landesregierungen demnach mit einem durchschnittlichen Kohlendioxidausstoß von 156 Gramm pro Kilometer auf dem drittletzten Platz - dahinter liegen noch Bayern und Nordrhein-Westfalen.

Im Dienstwagen-Ranking der Umweltminister von Bund und Ländern belegt Priska Hinz (Grüne) mit ihrem Hybrid-Fahrzeug Rang 10 von insgesamt 17. Mit einem CO2-Ausstoß von 124 Gramm pro Kilometer bekommt ihr Dienstfahrzeug von der DUH jedoch keine grüne Karte. Die Belastung mit Stickoxiden ist nicht angegeben.

Die Deutsche Umwelthilfe befragte von Februar bis September 2017 insgesamt 233 Bundes- und Landespolitiker zu ihren Dienstwagen. Neu bestellte und im Einsatz befindliche Dienstwagen wurden bis einschließlich April 2017 einbezogen. Um eine „grüne“ Karte zu bekommen, muss der Kohlendioxid-Ausstoß unter 117 Gramm pro Kilometer liegen. Nach dem Abgas-Skandal erhalten Dieselantriebe grundsätzlich keine grüne Karte mehr. (dpa)

Quelle: dpa
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