Blockupy Demonstration

Kapitalismuskritiker stürmen EZB-Gelände

Von Katharina Iskandar
 - 16:24
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Mehr als hundert Kapitalismuskritiker haben am Samstagnachmittag das Gelände des EZB-Neubaus in Frankfurt gestürmt. Sie waren zuvor mit rund 2000 Aktivisten des Blockupy-Bündnisses durch die Innenstadt gezogen. Dabei hatten sie schon angekündigt, der Europäischen Zentralbank „einen Besuch abstatten zu wollen“, um ihr „den Müll zurückzubringen, den sie verdient“.

Als die Demonstranten an das Hauptportal des EZB-Neubaus kamen, rissen sie einen provisorischen Bauzaun aus seiner Verankerung und kletterten über das Tor. Die Polizei versuchte, die Gruppe aufzuhalten, schaffte es aber nur bei einem Teil der Demonstranten.

Etwa zwanzig Minuten lang schien die Situation außer Kontrolle zu geraten. Immer mehr Demonstranten durchbrachen den Zaun und halfen weiteren Aktivisten, ebenfalls auf das Gelände zu gelangen. Die Polizei setzte Pfefferspray ein. Nach Angaben der Beamten versuchte einer der Demonstranten im Gerangel eine Dienstpistole aus dem Halfter zu ziehen.

Vor dem Haupteingang der EZB hielten die Demonstranten ein Plakat hoch: „18. März, wir kommen. Für einen europäischen Mauerfall“ - in Anlehnung an die offizielle Eröffnung der EZB, zu der das Blockupy-Bündnis schon seit Monaten europaweit zu Protesten aufruft.

Die Polizei hielt die Demonstranten auf dem Gelände vorerst fest, bis die Situation unter Kontrolle war. Die meisten Aktivisten verließen das Areal schließlich freiwillig. Laut Polizei wurden neun Beamte verletzt, Blockupy sprach von 20 Verletzten auf Seiten des Bündnisses.

Die Polizei sagte am Abend, sie sei von der Aktion überrascht worden. Die Demonstration sei aus ihrer Sicht zunächst friedlich und entspannt verlaufen, es habe entsprechende Vereinbarungen gegeben, die auch eingehalten worden seien. Man habe zwar damit gerechnet, dass einige Demonstranten versuchen würden, auf das Gelände zu gelangen. Dass es aber so viele sein würden, sei nicht absehbar gewesen. Das taktische Einsatzkonzept habe vor allem auf Kommunikation abgezielt. Allerdings habe es offenbar Aktivisten gegeben, die für Ansprachen jeglicher Art nicht empfänglich gewesen seien. „Das ist bedauerlich.“

Quelle: F.A.Z.
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