Sturmtief „Xavier“

Unfreiwillige Nacht in Kassel für 1000 Bahnreisende

 - 09:50

Insgesamt rund 1000 Reisende sind wegen des starken Sturms über Norddeutschland am Donnerstag am Kasseler Hauptbahnhof und in Kassel-Wilhelmshöhe gestrandet. Wie die Bahn am Freitag mitteilte, handelte es sich um die Insassen von insgesamt vier ICEs und einem IC, der zudem eine Reisegruppe mit vielen Fahrrädern an Bord hatte. Weil der Fernverkehr in Richtung Norden wegen des Sturmtiefes „Xavier“ eingestellt worden war, war an den beiden Bahnhöfen für die betroffenen Fahrgäste Endstation.

Für die Gestrandeten hatte die Bahn vier Übernachtungszüge bereitgestellt. Dort wurden sie mit Kaffee, Tee und alkoholfreien Getränken versorgt. Gegen 5 Uhr am Morgen mussten sie die Züge jedoch wieder verlassen, da sie für den normalen Verkehr benötigt wurden. Bis auf den IC hatten alle gestrandeten Züge die Stadt am Freitagmorgen wieder verlassen können. Auch in Fulda und Frankfurt wurde je ein Hotelzug bereitgestellt. In Frankfurt blieb der Zug ungenutzt.

Reisende aus Hessen gelangten am Morgen nur bis Hannover. Ab dort sei die Verbindung nach Hamburg sowie nach Berlin noch unterbrochen, sagte die Bahnsprecherin. Erst im Laufe des Tages werde sich ergeben, wann die Schäden beseitigt und die Sperrungen aufgehoben werden könnten. Einen Überblick über die Schäden habe sich die Bahn auch mithilfe von Hubschrauberrundflügen verschafft.

Ruhigere Nacht nach heftigem Sturm am Donnerstag

Nachdem Sturmtief „Xavier“ am Donnerstag über Teile Deutschlands hinweg gefegt ist, war die Nacht in Hessen und Rheinland-Pfalz weitgehend ruhig. Die Windgeschwindigkeiten lagen dem Deutschen Wetterdienst zufolge zwischen 40 und 50 Kilometern pro Stunde. Nur in den Höhenlagen kam es noch vereinzelt zu Sturmböen. Hinzu kam lediglich „punktueller Regen“. Für den Tag erwartet der Wetterdienst Wolken und mäßigen Wind. Die Luft kühlt nach dem Sturm allerdings merklich ab.

Von seiner stärksten Seite zeigte sich „Xavier“ in Hessen und Rheinland-Pfalz am Donnerstagmittag. Wie der Wetterdienst mitteilte, wurden in Rheinland-Pfalz zwischenzeitlich orkanartige Böen von bis zu 107 Kilometern pro Stunde gemessen. Auch in Hessen erreichten die Böen Geschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometer pro Stunde. Die Niederschläge fielen dabei verhältnismäßig gering aus.

In Hessen bleibt das Wetter auch in den kommenden Tagen wechselhaft und herbstlich. Am Samstag und Sonntag fällt bei Höchstwerten bis 15 Grad immer wieder Regen. Der Wind weht meist schwach bis mäßig, in höheren Lagen auch stark böig. Auch die neue Woche beginnt wolkig und regnerisch.

Trotz Dauereinsatz
Weiterhin Verkehrschaos nach Sturm „Xavier“
© dpa, reuters
Quelle: dpa, FAZ.Net
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