Ausweitung der Offerte möglich

Jugendliche strömen gratis in Frankfurts Museen

 - 13:34

Seit Kinder und Jugendliche in Frankfurt freien Eintritt in die städtischen Museen haben, hat sich die Zahl ihrer Besuche deutlich erhöht. Wie aus einer am Donnerstag vorgestellten Statistik des Kulturdezernats hervorgeht, sahen sich 2017 rund 69.500 Personen unter 18 Jahren die Ausstellungen an. Im Jahr zuvor - als noch Eintritt erhoben wurde - waren es 47.400. Das entspricht einem Anstieg von rund 47 Prozent.

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) sprach von einer überwältigenden Resonanz. „Kultur für alle ist keine Pflichtaufgabe - aber für mich eine Verpflichtung“, sagte sie. Zugleich signalisierte sie, das Angebot auch auf die privat finanzierten Museen in der Stadt ausweiten zu wollen. In ihnen müssen Kinder und Jugendliche bislang Eintritt zahlen. „Dies wäre eine nachhaltige und sinnvolle Investition“, sagte Hartwig.

Doppelt so viele Einzelbesuche

Vor allem einzelne Kinder und Jugendliche nahmen die Gratis-Tickets in Anspruch: Die Zahl der Einzelbesuche hat sich von 18.200 auf 39.300 mehr als verdoppelt.

Die Besucherzahlen bei den Schulklassen blieb hingegen mit rund 30.000 nahezu gleich. Besonderen Zuspruch fanden vor allem das Archäologische Museum, das neu eröffnete Historische Museum und das Ikonen-Museum.

135.000 Euro als Ausgleich

Der freie Eintritt in die 16 städtischen Museen war 2017 eingeführt worden. Dafür zahlt die Stadt an die Häuser jährlich rund 135.000 Euro als Ausgleich. Würde das Angebot auch auf die Privatmuseen und den gut besuchten Frankfurter Zoo ausgedehnt, würde dies nach einer Schätzung des Kulturdezernats in Jahr die Stadt knapp eine Million Euro kosten. „Das steht kulturpolitisch an - nicht nur in Frankfurt, sondern bundesweit“, sagte Hartwig.

In Frankfurt besuchten 2016 insgesamt 2,28 Millionen Menschen die teils weltberühmten Museen, 2017 waren es 2,44 Millionen. Fast 17 Prozent der Stadtbevölkerung sind jünger als 18 Jahre.

Quelle: dpa
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