Der Lokaltermin

Mezedes und Lammschulter

Von Peter Badenhop, Frankfurt
 - 15:46

Mit Restaurants, die als Dauerbrenner gelten, ist es nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick scheint. Auf der einen Seite überzeugen sie meist mit Qualität und Kontinuität und erfreuen sich deshalb einer großen Schar von Stammgästen. Die kommen in treuer Regelmäßigkeit und freuen sich auf das bewährte Angebot von Küche und Service. Andererseits leidet unter dem fortgesetzten Erfolg oftmals die Innovationskraft, und das Motto „Keine Experimente“ birgt das Risiko der Langeweile. So gesehen, ist der Betrieb eines Dauerbrenners durchaus ein Drahtseilakt.

Im „Ariston“ an der Heiligkreuzgasse im Frankfurter Gerichtsviertel gelingt er schon seit vielen Jahren. Denn wann immer man dieses griechische Restaurant mit seinem hohen, gediegen eingerichteten Gastraum betritt oder bei gutem Wetter an den Tischen auf dem Gehsteig Platz nimmt, finden sich auf der umfangreichen Karte zwar in erster Linie die Klassiker des Hauses. Langeweile kommt aber trotzdem nicht auf, weil es die Küchenmannschaft immer wieder versteht, die Frische und Vielfalt der griechischen Küche auf die Teller zu bringen.

So schnell keine Langeweile

Bevor es überhaupt losgeht, bringt der Kellner zum Brot einen dreifachen Gruß aus der Küche: etwas Kräuterdip, gehackte Oliven in Öl und einen Mini-Bauernsalat – und der zeigt schon sehr gut, wohin die Reise geht. Denn im Grunde sind diese Kleinigkeiten nichts Besonderes, aber sie bieten eine perfekte, ebenso pikante wie erfrischende Einstimmung auf die folgende Mahlzeit.

Einen guten Eindruck von den vielen Mezedes, der griechischen Variante der Tapas, kann sich der Gast mit dem Vorspeisenteller verschaffen (13,50 Euro). Dort finden sich „Gavros“ (gebratene Sardellen), „Keftedakia“ (würzige Hackfleischbällchen mit Oregano), „Saganaki“ (gebackener Feta), „Melitzanosalata“ (Mus von geräucherten Auberginen), „Chtipiti“ (pikantes Schafskäsemus), „Taramas“ (Seehecht-Kaviarcreme), ein kleines Blätterteig-Spinat-Törtchen, etwas Salat und natürlich Tsatsiki. Sehr zu empfehlen sind auch die Salate, vor allem der „Ntomatosalata“ (dünn geschnittene Tomaten mit Schafskäse, Frühlingszwiebeln und Basilikum / 8,50 Euro). Sehr beliebt – vor allem bei den eiligen Gästen aus den nahen Gerichtsgebäuden – sind im Übrigen die wechselnden, dreigängigen Lunch-Menüs zu Preisen zwischen 10,90 und 13,50 Euro.

Zu den Vorzeigegerichten des „Ariston“ gehört der „Thalassino Souvlaki“, ein Grillspieß mit Riesengarnelen, Jakobsmuscheln und Babycalamares (23,50 Euro). Ebenso tadellos sind der gegrillte, mit Pilzen und Fava-Mus servierte Octopus (25,90 Euro) und die bemerkenswert zarte und saftige Lammschulter, die mit typisch griechischen Reiskornnudeln und mediterranem Gemüse auf den weiß eingedeckten Tisch kommt (22,90 Euro). Das ist klassische griechische Küche mit gehobenem Anspruch, zu der eine sehr gute Auswahl griechischer Weine ausgeschenkt wird. Da kommt so schnell keine Langeweile auf.

„Ariston“, Heiligkreuzgasse 29, Innenstadt, Telefon 92 03 99 50, Internet www.ariston- restaurant.de. Geöffnet montags bis samstags von 10.30 bis 1 Uhr, sonntags von 12 bis 24 Uhr.

Quelle: F.A.Z.
Peter Badenhop - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Peter Badenhop
Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.
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