Kriminalität

Nach dem Sommerloch: Automatensprenger treiben wieder ihr Unwesen

 - 10:45

Nach monatelanger scheinbarer Ruhe treiben Geldautomaten-Knacker wieder ihr Unwesen in Hessen. Seit Anfang Oktober haben die Sprengungen von Geldautomaten im Land stark zugenommen. Fünfmal habe es erfolgreiche Sprengungen gegeben, teilte das Landeskriminalamt (LKA) in Wiesbaden der Deutschen Presse-Agentur mit. Viermal kamen die Verbrecher dabei an Bargeld. Hinzu kommen neue Fälle aus Südhessen: Am Freitag wurden gleich zwei Geldautomaten in Groß-Gerau und Viernheim gesprengt.

Davor hatte es ein regelrechtes Sommerloch gegeben. Für die Monate Juli, August und September registrierte das LKA keine einzige erfolgreiche Sprengung in Hessen. Und auch nur vier versuchte Sprengungen haben die Ermittler in den drei Monaten auf dem Schirm gehabt. Manchmal erreiche das Gas-Luft-Gemisch nicht die von den Verbrechern gewünschte Brennfähigkeit, erklärte ein LKA-Sprecher. Oder die Geldautomaten hätten spezielle Schutzvorrichtungen.

„Jede Bank oder Sparkasse entscheidet je nach Gefährdungslage und Situation, welche Maßnahme angewendet wird“, erklärte eine Sprecherin der Deutschen Kreditwirtschaft. Auch je nach Standort entscheiden die Banken demnach, ob sie Videoüberwachung, Einbruchmeldeanlagen, Erschütterungsmelder oder Systeme zur Gas-Neutralisierung und Einfärbung der Geldscheine installieren.

Die Sprenger von Geldautomaten agieren ganzjährig nachts

In dem Beginn der dunklen Jahreszeit sehen die LKA-Ermittler keinen Grund für die vermehrten Sprengungen seit Oktober. Zwar stiegen Einbrecher bei früherer Dämmerung auch früher in Wohnungen ein, sagte der Sprecher. Doch die Sprenger von Geldautomaten agierten ganzjährig nachts. Dann gebe es nur „geringes Publikumsaufkommen“ an den Tatorten.

Im August und September waren sowohl in Hessen als auch Baden-Württemberg einige Automaten-Knacker dingfest gemacht worden. Zum Stand der Aufklärung bei den laufenden Verfahren gaben LKA und eine spezielle Ermittlergruppe beim Polizeipräsidium Gießen keine Auskünfte. Auch ob die kürzlichen Sprengungen in Südhessen „vollendet“ waren, war zunächst noch nicht bekannt.

Quelle: dpa
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