Senioren abgezockt

Falsche Polizisten vor Gericht

 - 14:10

Wegen Betrugs stehen drei Männer in Trier vor Gericht. Sie sollen sich als Polizisten ausgegeben und ältere Menschen in Rheinland-Pfalz und Hessen um ihr Geld gebracht haben. Manche Opfer deponierten für die Betrüger fünfstellige Beträge vor der Tür.

Sie sollen sich als Polizisten ausgegeben haben, um vor allem ältere Menschen um ihr Erspartes zu bringen: Vor dem Landgericht Trier hat am Dienstag ein Prozess gegen drei Männer begonnen, die als Teil einer Bande in Rheinland-Pfalz und in Hessen unterwegs gewesen sein sollen. Nach telefonischer Kontaktaufnahme durch unbekannte Mittäter holten sie laut Anklage im November 2017 bei mehreren Senioren bis zu fünfstellige Geldbeträge ab - angeblich zur Überprüfung oder zur Sicherstellung.

Polizisten-Trick

Insgesamt sechs Mal hatten sie nach Angaben der Staatsanwaltschaft mit ihrer Betrugsmasche Erfolg: Der Schaden beläuft sich auf mehr als 100.000 Euro. Eines der Opfer aus Schweich soll dazu genötigt worden sein, 25.000 Euro herauszugeben. Bei einer Frau in Züsch im Hochwald holten die mutmaßlichen Täter demnach 11.000 Euro ab, bei einer anderen Dame im hessischen Kriftel waren es Schmuck und Gold im Wert von 30.000 Euro sowie 15.000 Euro in bar. Weitere Tatorte waren in Trier, Klüsserath an der Mosel und Flörsheim am Main.

Die mutmaßlichen Täter, die in wechselnder Beteiligung dabei gewesen sein sollen, gingen immer gleich vor: Sie riefen über einen technischen Trick mit der gefälschten Nummer der örtlichen Polizei an und täuschten den Senioren vor, Hinweise auf einen baldigen Einbruch zu haben. Sie baten, Geld und Wertgegenstände „zur Sicherstellung“ herauszugeben, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Albrecht. Die Angerufenen deponierten Geld und Wertgegenstände an Orten, wo die vermeintlichen Polizisten sie ungesehen abholen konnten: Mal auf der Fensterbank, mal im Hauskorridor oder vor der Haustür.

Angeklagter räumt Vorwürfe ein

Wenn sich im Telefongespräch herausstellte, dass die Angerufenen über reichlich Geld auf einem Konto verfügten, gaukelten sie ihnen vor, dass ein Bankmitarbeiter versuche, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Dieses wollten sie überprüfen, sollen sie den Opfern erzählt haben.

Waren die Angerufenen bereit, wurden die drei angeklagten Männer mit der Abholung beauftragt - wobei ein 27 Jahre alter Mann der Organisator gewesen ein soll. Der Maurer räume die Vorwürfe grundsätzlich ein, sagte dessen Anwalt Pierre Wolff. Bei der Abholung sollen zudem zwei weitere Komplizen dabei gewesen sein.

Einer der mutmaßlichen Täter sagte aus, er habe damals finanzielle Probleme gehabt. Als der Hauptbeschuldigte ihn da gefragt habe, ob er „schnelles Geld“ machen wolle, habe er Ja gesagt. Er habe aber gar nicht gewusst, warum das Geld bei den Leuten abgeholt wurde. Das Trio war zuletzt in Idar-Oberstein im Kreis Birkenfeld wohnhaft. Der Prozess ist bis Ende Juni terminiert.

Quelle: dpa
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