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Strompreise

Vor den Dänen an der Spitze

Von Inga Janovic
 - 06:30

Deutschland hat es an die europäische Spitze geschafft: Nirgendwo in der EU zahlen die Bürger mehr für ihren Strom als hierzulande. Das hat die Statistikbehörde Eurostat kürzlich berechnet. Bei 33,62 Cent liegt demnach der Durchschnittspreis für die Kilowattstunde. Selbst im traditionell teureren Dänemark müssen die Verbraucher „nur“ 32,89 Cent zahlen. Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände hält diesen Rekord für unerträglich und fordert Neuregelungen für die Energiepolitik des Bundes.

Empört sind die Unternehmer vor allem deshalb, weil es nicht die Rohstoffpreise sind, welche die Energiekosten steigen lassen, sondern Steuern und staatlich festgelegte Umlagen wie jene zur Förderung der erneuerbaren Energien. Diese sogenannte EEG-Umlage kostete im Jahr 2000 noch 0,2Cent je Kilowattstunde, heute liegt sie bei 6,88Cent. Das ist mehr, als die Herstellung des Stroms kostet: Für Beschaffung und Vertrieb fallen nämlich nur 5,67 Cent je Kilowattstunde an.

Eine Frage der Berechnung

Das klingt alles nach großer Aufregung, bedeutet für die Verbraucher in Hessen aber wenig Veränderung. Sie dürften sich an die Preise gewöhnt haben, denn der große Sprung liegt ein paar Jahre zurück. So haben sich die Kosten seit dem Jahr 2000 zwar verdoppelt, seit 2013 sind sie aber stabil. Ohnehin ist der Strom für die meisten Hessen nicht ganz so teuer, wie es die Statistiker in Luxemburg berechnet haben.

Sie zogen nämlich die Preise für Single-Haushalte mit einem Stromverbrauch von unter 2500 Kilowattstunden im Jahr heran. Ein vierköpfiger Haushalt nimmt größere Mengen ab und bezahlt dafür in Hessen um die 29 Cent je Kilowattstunde. Damit liegt das Land im innerdeutschen Vergleich im letzten, günstigen Drittel. Am teuersten ist Strom in Brandenburg.

Quelle: F.A.Z.
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