Tourismus im Main-Kinzig-Kreis

Mystik und Geheimnis als Lockmittel

Von Luise Glaser-Lotz
 - 16:06

Eine stattliche Eiche im Sonnenlicht, eine Burg in Nebel und Schnee oder ein munter durch den Wald plätschernder Bach, so sehen die Motive aus, mit denen die Spessart Tourismus und Marketing Gesellschaft unter dem Motto „mystisch und geheimnisvoll“ auf den Tourismusstandort Main-Kinzig-Kreis aufmerksam macht. Der Spessart dient ihr als Lockmittel, das die Gäste in den Kreis holen soll, und das nicht nur in den östlich gelegenen Teil des Kreises, in dem der hessische Teil des Spessarts zu finden ist, sondern auch in die urbaneren Gebiete des Main-Kinzig-Kreises, nach Hanau etwa, der Geburtsstadt der Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm.

Vor einem Jahr gründete der Main-Kinzig-Kreis mit der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern die Tourismusgesellschaft, um die Kommunen und Gastgeber an einen Tisch zu bringen, eine gemeinsame, effektive Werbestrategie zu entwickeln sowie die bisherigen Marketinginstrumente zu bündeln und zu vereinheitlichen. Eine halbe Million Euro steht der Gesellschaft im Jahr dafür zur Verfügung, 400 000 Euro stammen vom Kreis, 100 000 Euro von der Kammer, die in der Vermarktung der touristischen Angebote einen wichtigen Standortfaktor sieht. Im nächsten Jahr soll nach den Worten von Tourismusdezernentin Susanne Simmler (SPD) eine zusätzliche halbe Million Euro in den Kreisetat eingestellt werden, um touristische Infrastrukturprojekte der Kommunen zu fördern.

Zahl der Gäste steigt

Die Strategie ist für Simmler bisher aufgegangen. Die Zahl der Übernachtungen gehe weiter nach oben. Für das aktuelle Jahr rechnet Geschäftsführer Bernhard Mosbacher mit einer Steigerung von rund zwei Prozent. Im Jahr 2016 zählte man 1,4 Millionen Gästeübernachtungen und 370. 000 Besucher, die eine oder mehrere Nächte im Kreisgebiet verbrachten. Das war ein Plus von einem Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Dazu kommen mehr als 13 Millionen Tagesgäste.

Mosbacher sieht weiteres Steigerungspotential. Im übrigen Rhein-Main-Gebiet beispielsweise seien die touristische Vielfalt und die landschaftliche Schönheit des Main-Kinzig-Kreises noch viel zu wenig bekannt. Der Tourismusfachmann aus dem Taunus weiß, wovon er spricht. Als er nach Gelnhausen gekommen sei, habe auch er das touristische Potential unterschätzt, sagt er. Mittlerweile gerät er sofort ins Schwärmen, wenn er über die Attraktionen des Kreises spricht. Mit diesem Enthusiasmus geht Mosbacher daran, Mitstreiter zu überzeugen. Dazu zählen beispielsweise die 22 Experten aus der Hotellerie, dem Handel und dem Gastgewerbe, die den neugegründeten Tourismusbeirat bilden.

Entwicklungsplan als Leitfaden

In Arbeitsgruppen werden in dem Gremium Schritte der Tourismusförderung erörtert und angeschoben. Eine Grundlage bietet der in diesem Jahr fertiggestellte „Strategische Entwicklungsplan für den Tourismus in der Destination Spessart“, der laut Mosbacher als Leitfaden für die Aktivitäten in den kommenden Jahren dienen wird.

Die Zusammenarbeit mit der Tourismusorganisation Spessart Mainland auf der anderen Seite der bayerisch-hessischen Landesgrenze läuft laut Mosbacher mittlerweile ausgesprochen gut. Auf vier Themen wird sich die Vermarktungsstrategie konzentrieren: Wandern, Mountainbiken, Wohlfühlen und Kultur, immer wieder unter dem Hauptmotto „mystisches Walderlebnis“. Das zieht sich auch durch die Geschichten, die das regelmäßig herausgegebene Spessart Magazin erzählt. Auf der neugestalteten Internetseite (www.spessart-tourismus.de) mit dem Spessart-Blog „Es war einmal ...“ dient das Geheimnis des Waldes ebenfalls als roter Faden. Eine schöne Bestätigung für ihre Arbeit bekam die Gesellschaft Anfang September: Für ihren Internet-Blog, der zu Ausflügen unter dem Motto „Spessart im Glück“ anleitet, wurde sie mit dem Hessischen Tourismuspreis 2017 in der Kategorie Digitale Produkte und Marketing ausgezeichnet.

Quelle: F.A.Z.
Autorenporträt / Glaser-Lotz, Luise (lu.)
Luise Glaser-Lotz
Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.
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