Eintracht Frankfurt

Ein Dämpfer, kein Rückschlag

Von Ralf Weitbrecht
 - 17:26

Wieder durch die Mitte, wieder mitten ins Herz der Eintracht. Es schien nur eine Frage von Sekunden zu sein, bis das verdiente Unentschieden der Frankfurter Fußballprofis in Dortmund feststehen würde. Doch in der vierten Minute der Nachspielzeit schlug die Borussia dann doch noch ein letztes Mal zu – entscheidend. So bitter das 2:3 am Sonntagabend in der Spitzenbegegnung des 26. Bundesliga-Spieltags auch gewesen sein mag: Die Richtung der Eintracht stimmt.

Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac ist weiterhin auf Kurs Richtung Europa – trotz des späten Tiefschlags, der sich tabellarisch kaum bemerkbar macht. Noch immer hat die auf Tabellenplatz fünf notierte Eintracht sieben Punkte Vorsprung vor Rang acht, der am Ende dieser Saison mit größter Wahrscheinlichkeit noch für Spiele im Europapokal berechtigt.

Das richtige Näshen

Herausgespielt hat sich die Kovac-Elf dieses Polster durch konstante Leistungen in den vergangenen Wochen, befeuert durch Tugenden, die auch in der guten zweiten Halbzeit in Dortmund deutlich geworden sind. Niemals aufgeben, stets alles geben: Zweimal in Rückstand liegend, ist die Eintracht bei der heimstarken Borussia mit Kampfkraft und Moral zurückgekommen. Zweimal hat der Trainer zum wiederholten Male das richtige Näschen für die richtigen Personalwechsel gehabt. Sowohl Luka Jovic als auch Danny Blum, beide im zweiten Spielabschnitt in die Partie gekommen, rechtfertigten ihre Einwechslungen mit Toren.

Dass es in Summe nicht reichte, beim vormaligen Tabellennachbarn Dortmund das Unentschieden zu halten, mag betrüblich sein. Andererseits hat es die Eintracht bislang immer noch verstanden, Niederlagen umgehend wegzustecken und zu korrigieren. Nach dem Augsburger 0:3 ist dies so gewesen, und nach dem 0:1 von Stuttgart auch. Wobei sich das 2:3 von Dortmund deutlich unterscheidet und abhebt. Beim Champions-League-Anwärter BVB hat die Eintracht vor allem nach der Pause auf Augenhöhe agiert und der Borussia mächtig zugesetzt.

Ziel großer Sehnsüchte

Nicht nachlassen und jetzt erst recht weiter hart in der Vorbereitung auf den langen Schlussspurt arbeiten: Kovac muss genau dies in den kommenden Tagen und Wochen tun, um mit dem Team ins Europa-Geschäft einsteigen zu können. Das Ziel großer Sehnsüchte ist zwar noch ein gutes Stück entfernt. Doch wenn es dem stets nach Perfektion strebenden Kovac auch weiterhin gelingt, die Spannung in seinem Team hochzuhalten, dann kann den Frankfurter Fußballprofis in dieser bislang so erfreulich verlaufenen Saison Großes gelingen. Der Misserfolg in Dortmund mag ein Dämpfer gewesen sein. Ein Rückschlag aber war es nicht.

Quelle: F.A.Z.
Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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