2:1 gegen Stuttgart

Frankfurt-Traumtor in letzter Sekunde

Von Marc Heinrich, Frankfurt
 - 17:33

Die Frankfurter Eintracht hat ein Problem weniger. Am Samstag ging nach monatelangem Warten eine Serie zu Ende, die dazu beigetragen hatte, dass die Unruhe in Reihen des Bundesligaklubs zuletzt spürbar zunahm. Durch das 2:1 gegen den VfB Stuttgart gelang den Hessen der erste Heimsieg in dieser Saison – und was für einer. In Unterzahl traf Sébastien Haller in letzter Sekunde mit einem spektakulären Seitfallzieher zum Happy End. Zugleich sorgte der Franzose mit seinem Volltreffer für ein Erfolgserlebnis vor eigenem Publikum, auf das Team, Trainer und Anhang seit Mitte April vergeblich gehofft hatten.

Beide Teams versuchten, das Mittelfeld schnell zu überbrücken, scheuten in der Offensive aber anfangs das Risiko. Gute Gelegenheiten, in Führung zu gehen, besaß der VfB. Nach gewonnenen Zweikämpfen ging es bei den Schwaben über Anastasios Donis auf dem linken Flügel und Chadrac Akolo in der Mitte oder auf der gegenüberliegenden Seite schnell nach vorne. Der Grieche war es auch, der doppelt im Mittelpunkt stand. Erst wäre er beinahe Nutznießer eines Missverständnisses zwischen Eintracht-Keeper Lukas Hradecky und Kapitän David Abraham geworden, doch er brachte die Kugel nicht unter Kontrolle (8.).

Bundesliga

Keine sechzig Sekunden später tauchte Donis nach einem Fehlpass von Kevin-Prince Boateng frei vor Hradecky auf, scheiterte aber aus spitzem Winkel. Von den Frankfurtern war kaum etwas zu sehen, was höheren Ansprüchen genügte – und doch erzielten sie vor der Pause das 1:0. Ante Rebic, der aus elf Metern VfB-Schlussmann Ron-Robert Zieler keine Abwehrchance ließ (42.), profitierte dabei von einem ungewollten Zuspiel des VfB-Verteidigers Holger Badstuber. Beim Versuch, einen Konter zu unterbinden, prallte dem 28-Jährigen der Ball so unglücklich auf den Fuß, dass er ihm die entscheidende Richtungsänderung gab.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit intensivierte der VfB seine Bemühungen, während die Frankfurter passiv blieben. Der eingewechselte Simon Terodde nutzte die Zurückhaltung der Eintracht und traf bei seiner ersten Ballberührung zum Ausgleichstreffer (62.). Nach einer „Notbremse“ an Terodde verwies Schiedsrichter Felix Brych den ungestümen Simon Falette des Feldes (65.), seine Elfmeterentscheidung revidierte er nach Abstimmung mit dem Videoassistenten und verlegte den Ort des Fouls knapp hinter die Strafraumlinie. Danach blieb es spannend – und kurz vor Schluss schlug Haller ausgesprochen sehenswert zu.

Quelle: FAZ.NET
Marc Heinrich  - Portraitaufnahme für das Blaue Buch "Die Redaktion stellt sich vor" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Marc Heinrich
Sportredakteur.
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