Eintracht Frankfurt

Endlich ein Sieg in aller Freundschaft

Von Ralf Weitbrecht, Frankfurt
 - 11:05

Der Bann ist gebrochen. Die Frankfurter Eintracht kann doch noch Testspiele für sich entscheiden. Am Freitagabend, beim fünftklassigen TSV Lehnerz, setzten sich die Bundesligaprofis von Trainer Niko Kovac am Ende verdient 3:0 durch. Für die Eintracht war es nach dem 1:3 beim Zweitligaklub SV Sandhausen, dem 0:1 gegen den damaligen Drittligaverein Würzburger Kickers, dem 2:3 gegen den Regionalligavertreter FSV Frankfurt sowie dem 1:2 beim Hessenligameister SC Hessen Dreieich der erste Sieg in einem Testspiel seit dem vergangenen Jahr. Nach der Niederlage im Juli dieses Jahres in Dreieich sagte Kovac noch: „Am besten machen wir solche Spiele nicht mehr.“

Natürlich wird der Bundesligaklub weitere Testspiele vereinbaren, denn sie haben ja auch einen Sinn. Vornehmlich geht es darum, in punktspielfreien Zeiten auch Spieler zum Einsatz kommen zu lassen, die sonst nicht erste Wahl sind. Auch beim 3:0 in Lehnerz wurde fleißig ein- und ausgewechselt, und so war es mit dem Japaner Daichi Kamada einer derjenigen, der im Kerngeschäft Bundesliga nicht erste Wahl ist, aber vor den 4000 Zuschauern im Fuldaer Stadion Johannisau in der 66. Minute das erste Tor des Abends erzielte. Spätestens da war der Widerstand der wackeren Amateure, immerhin Tabellenführer in der Hessenliga, gebrochen, und die Eintracht nutzte ihre spielerische Überlegenheit zu weiteren Treffern. Der kurz zuvor eingewechselte Sebastien Haller mit einer annähernden Kopie seines spektakulären Stuttgart-Tores in der 73. Minute sowie Branimir Hrgota (81.) sorgten letztlich für einen standesgemäßen Sieg der erstklassigen Fußballprofis. Die konnten übrigens nicht pünktlich ihrer Arbeit nachgehen. Am verkehrstechnisch schwierigsten Tag der Woche kam der Mannschaftsbus mit leichter Verspätung in Fulda an.

Eintracht-Trainer Kovac setzte von Beginn an Ersatzkeeper Jan Zimmermann im Tor ein; der etatmäßige Schlussmann Lukas Hradecky war mit Finnland in Kroatien im Einsatz. Zimmermann zeigte einige gute Paraden, so gegen Marcel Trägler und Patrick Schaaf. Nach dem Seitenwechsel ging Leon Bätge ins Tor. Am kommenden Samstag, bei der anspruchsvollen Bundesliga-Auswärtspartie bei Hannover 96, wird Kovac wieder auf Hradecky vertrauen. Und darauf hoffen, dass seine Mannschaft bei dem langjährigen Auswärtsangstgegner an die Leistungen des DFB-Pokals anknüpfen kann. Da schaffte seine Mannschaft im Februar mit dem 2:1-Sieg den Einzug ins Viertelfinale.

Quelle: F.A.Z.
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Ralf Weitbrecht
Sportredakteur.
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