Frankfurt Universe

Eurobowl als Krisenhelfer

Von Leonhard Kazda
 - 07:08

Dieses Spiel soll ein weiterer Schritt in Richtung Existenzsicherung sein. An diesem Samstag tritt der American-Football-Klub Frankfurt Universe im Finale um den Eurobowl gegen die Braunschweig Lions an. Der Schauplatz: das Stadion am Bornheimer Hang (20.05 Uhr/live auf Sport1). 2500 Fans, so hofft Universe-Geschäftsführer Michael Schwarzer, werden das Endspiel der beiden deutschen Teams um den europäischen Titel verfolgen.

Dass Universe im Stadion des FSV Frankfurt in dieser Partie antreten kann, ist keineswegs selbstverständlich. Der Football-Klub steht unter vorläufiger Insolvenz. Daher hat der American Football Verband Deutschland für das Finale um den Eurobowl die Rolle des Stadionmieters übernommen. Rund 15000 Euro bekommt der Stadionbetreiber FSV Frankfurt dem Vernehmen nach vom Verband. Die Federführung in Sachen Organisation liegt bei Universe. „Die Fans, die zum Spiel kommen, werden sehen, dass es eine ganz normale Universe-Veranstaltung ist“, sagt Schwarzer.

Hoffen auf Zuschauerrekord

Sollte sich seine Hoffnung, dass das Endspiel 2500 Fans in die Arena locken wird, erfüllen, wäre dies in dieser wirtschaftlich so problematisch verlaufenden Saison für Universe ein Zuschauerrekord. In den zurückliegenden drei Spielen kamen zwischen 1500 und 2000 Footballfreunde in die Arena. In der vergangenen Spielzeit waren häufig um die 4000 Fans im Stadion am Bornheimer Hang und bildeten dort eine stimmungsvolle Kulisse.

Dass der Zuschauerszuspruch deutlich geschwunden ist, liegt auch an der schwierigen Situation, die durch die Insolvenz des Football-Klubs verursacht wurde. Viele Fans, die Dauerkarten gekauft hatten, können damit nicht ins Stadion, da das Geld, mit dem sie die Tickets erstanden hatten, schon zur Begleichung von Schulden verwendet worden war und nicht in die Insolvenzmasse einfloss.

Sportlich eine spannende Angelegenheit

Dass sich da manche Footballfreunde mit dem abermaligen Kauf einer Eintrittskarte zurückhalten, liegt auf der Hand. Derzeit kommen die Verhandlungen zwischen dem Stadionbetreiber FSV und dem Football-Klub aus terminlichen Gründen noch nicht so recht in Schwung. Es geht darum, den Vertrag für die laufende Spielzeit unterschriftsreif zu bekommen und den für die kommende Spielzeit auszuhandeln.

Sportlich könnte das Endspiel um die europäische Klub-Trophäe eine spannende Angelegenheit werden. Genau wie Universe haben auch die Braunschweiger einen Umbruch auf etlichen zentralen Positionen des Teams hinter sich. Auch die Lions haben einen neuen Spielmacher: Jadrian Clark kam als Quarterback im Winter. Bei Universe steht Neuzugang Andrew Elffers vor seinem ersten Einsatz als Universe-Quarterback. Der 23 Jahre alte Spielmacher ist erst vor knapp einer Woche zu den Frankfurtern gestoßen, nachdem sich der bis dahin im Angriffszentrum sehr erfolgreich agierende Steve Cluley so schwer verletzte, dass die Saison für den Amerikaner zu Ende war.

Wie viele Spielanteile Elffers am Samstag bekommen wird, hängt von seiner Leistung in den wenigen Tagen vor seiner Premiere für Universe ab. Cheftrainer Brian Caler wird sicherlich auch auf den deutschen Spielmacher Sonny Weishaupt zurückgreifen, der am vergangenen Sonntag beim 7:17 in Schwäbisch Hall, der ersten Frankfurter Niederlage dieser Saison, den Angriff lenkte. Universe-Chef Schwarzer sieht die Tatsache, dass die Hessen in Schwäbisch Hall eine knallharte Abwehrleistung gezeigt hatten, als Vorteil im Aufeinandertreffen mit Braunschweig. Die ungeschlagenen Lions hätten bislang in dieser Saison nur leichtere Aufgaben zu meistern gehabt.

Quelle: F.A.Z.
Leonhard Kazda
Sportredakteur.
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