Fraport Skyliners

Der Außenseiter aus der amerikanischen Provinz

Von Jörg Daniels
 - 09:03

Groß motivieren muss man Albert Jay (AJ) English nicht. Seine Herkunft ist dem Aufbauspieler der Fraport Skyliners Ansporn genug. Der 25 Jahre alte Basketball-Bundesligaprofi stammt aus Delaware, einem der kleinsten Bundesstaaten in den Vereinigten Staaten. Und diese so überschaubare Gegend abseits der großen Basketball-Bühne hat ihn von klein auf geprägt. „Ich hatte immer das Gefühl, übersehen zu werden und auf bestimmte Weise benachteiligt zu sein“, sagt er. Um als Außenseiter aus der Provinz trotzdem groß herauszukommen, entwickelte er einen besonderen Ehrgeiz. Mit harter Arbeit will es der Combo Guard sich und den anderen beweisen, die Menschen aus seiner Heimat sollen stolz auf ihn sein: „Dieses Denken ist in mir drin und macht meine Mentalität aus.“

Hochgesteckte Ziele

Ausgeprägter Behauptungswillen reicht jedoch nicht immer, um sich hochgesteckte Ziele tatsächlich erfüllen zu können. Dass English in diesem Monat aus eigenem Antrieb nach Frankfurt zurückkam, ist eine faustdicke Überraschung. Das lukrative Engagement beim französischen Topklub CSP Limoges hatte er sich durch seine Leistungen in der Vorsaison in Frankfurt redlich verdient. Als der 1,93 Meter große Akteur im Dezember 2016 von den Hessen zum ersten Mal verpflichtet wurde, brachte es English in 17 Spielen auf durchschnittlich 17,6 Punkte. Der treffsichere Amerikaner landete auf dem zweiten Platz der besten Bundesliga-Korbjäger.

Sein Absprung aus Frankfurt war die logische Konsequenz, können die Skyliners im Wettbewerb um internationale Topgehälter doch nicht mithalten. Nur English wurde den Anforderungen in Limoges nicht gerecht: 5,3 Punkte im Schnitt in sieben Spielen waren keine Empfehlung für eine Weiterbeschäftigung. Schon bei seiner ersten Profistation in Europa, im italienischen Brindisi, war English nicht zurechtgekommen, auch dort endete die Zusammenarbeit vorzeitig.

Highlights in der Vorsaison

Frankfurt kann nun zur sportlichen Heimat werden. Mitte Januar, nach der Hinrunde, werden die Skyliners entscheiden, ob sie den Vertrag mit ihm bis zum Ende der kommenden Spielzeit verlängern. Nach drei Einsätzen und einem mit 17 Punkten starken Debüt gegen Berlin hat English bisher durchschnittlich 10,7 Punkte gesammelt, die nächste Chance bietet sich ihm am Freitag im Auswärtsspiel in Würzburg. In der Vorsaison sorgte er für Highlights. Mit einem Buzzer Beater in der Schlusssekunde in Tübingen machte er Frankfurt zum Sieger. Gegen München erzielte er im Schlussviertel alle 22 Punkte der Skyliners. Spektakulär war außerdem seine Ausbeute von 35 Zählern im Aufeinandertreffen mit Bremerhaven. In 17 Spielen punktete er fünfzehnmal zweistellig.

Skyliners-Geschäftsführer Gunnar Wöbke sagt: „AJ ist ein ganz besonderer Spieler und ein super talentierter Offensivspieler, der eine große Zukunft vor sich hat.“ In Frankfurt, findet English, hat er beste Voraussetzungen, um Bestleistungen abliefern und sich wohl fühlen zu können. „Hier stimmt alles. Das Trainerteam, die Atmosphäre und die Leute um einen herum.“

Quelle: F.A.Z.
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