Fraport Skyliners

Tendenz fallend

Von Jörg Daniels
 - 09:44

Das Bundesliga-Heimspiel der Fraport Skyliners am kommenden Sonntag (17.30 Uhr) gegen Bonn könnte deutlich an Brisanz gewinnen. Per sportlicher Aufwertung kann es auch zu einem kleinen Pokalfinale für den Frankfurter Basketball-Klub werden.

An diesem Dienstag richten die Hessen ihren Blick erwartungsvoll nach Oberfranken – und drücken dem Erstliga-Rivalen Bamberg beim Derby in Bayreuth kräftig die Daumen. Denn setzt sich der deutsche Meister, der als Tabellenvierter aktuell den Erwartungen hinterherhinkt, beim Fünften Bayreuth durch, hätten sich die Skyliners ohne eigenes Zutun vorzeitig für eines der drei Qualifikationsspiele für das Pokal-Endturnier in Ulm qualifiziert. Ihr erstes Saisonziel könnte die Mannschaft von Trainer Gordon Herbert damit abhaken.

Um zu den sechs Bewerbern für das Top-Four-Turnier am 17. und 18. Februar zu gehören, müssen die Skyliners zu den besten sechs Bundesliga-Mannschaften nach der Hinrunde zählen. Die Ulmer spielen in dieser Wertung keine Rolle, weil sie als Gastgeber gesetzt sind. Momentan rangieren die Frankfurter (20:10 Punkte) in der gesondert geführten Pokal-Tabelle auf Rang fünf. Die Bayreuther (18:10) folgen auf Platz sechs, Siebter ist Bonn (16:12).

Die Erstliga-Partie zu Hause gegen Bonn im ersten Pflichtspiel des Jahres 2018 bildet für die Frankfurter den Abschluss der Hinrunde. In ihrem Kerngeschäft Bundesliga nehmen sie mit 20:12 Zählern momentan Rang sechs ein, erster Verfolger auf Platz sieben sind die Bonner (18:12). Die drei Qualifikationsspiele für das Pokal-Endturnier werden ausgelost. Deren Sieger komplettieren das Teilnehmerfeld des Halbfinales. Zuletzt spielten die Skyliners im Februar 2016 in München um den Pokalsieg, damals unterlagen sie im Halbfinale dem späteren Titelträger Alba Berlin.

Schwierigkeiten im Angriff und Aufbau

Reif für einen Titel sind die Frankfurter zum Jahreswechsel 2017/2018 nicht. Tendenz fallend – die Leistungskurve der Skyliners nimmt nicht den Verlauf, den sich Herbert wünscht. Im Kräftemessen mit den Bundesliga-Topvereinen um den Einzug ins Pokal-Endturnier wären die Hessen nach derzeitigem Stand nur Außenseiter. Und müssten sie überdies auswärts antreten, würden ihre Chancen noch geringer ausfallen.

Von den acht Teams in den Play-off-Rängen haben die Skyliners die schlechteste Bilanz in der Fremde. Nur drei von acht Begegnungen konnten sie für sich entscheiden. Die jüngsten Auswärtsniederlagen in Würzburg (64:81) und Gießen (59:83) passen überhaupt nicht zu den Ambitionen der Frankfurter, die nach dem Ende der Hauptrunde auch zum Starterfeld der Play-off-Runde gehören wollen. Vor allem die Höhe der Misserfolge ist alarmierend, in beiden Duellen sind die Skyliners nach der Halbzeitpause eingebrochen.

Ihnen fehlte auch die Kraft, ihr Niveau zu halten. Dafür sorgten die Würzburger mit ihrer intensiven Abwehrleistung. „Wir hatten im Angriff große Schwierigkeiten mit der aggressiven und physischen Verteidigung der Würzburger“, sagte Herbert. Jetzt schlägt das große Verletzungspech bei den Frankfurtern gnadenlos durch, mit ihrem dezimierten Aufgebot können sie sich nicht mehr durchmogeln, wenn der Gegner harten Widerstand leistet. In Würzburg blieb Herbert eine Siebener-Rotation, dazu kam das Talent Garai Zeeb mit gut sieben Minuten Einsatzzeit. Zum Nachteil gereicht den Skyliners außerdem, dass sie aufgrund der Personalnot weniger trainieren können. Für die Neuzugänge AJ English und Marco Völler ist das ein Problem, weil sie in das Spielsystem integriert werden müssen.

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Am härtesten trifft die Frankfurter der Ausfall ihres Topscorers Philip Scrubb (18,8 Punkte pro Spiel), der am Knie verletzt ist. Der kanadische Nationalspieler ist aktuell immer noch der beste Korbjäger der Liga. Sein Teamkollege English kam in Würzburg zwar auf 16 Punkte, brauchte dafür aber 15 Wurfversuche aus dem Feld, von denen der Amerikaner dann nur vier im Korb unterbrachte. Überfordert sind bisweilen die Frankfurter Aufbauspieler Tai Webster und Isaac Bonga, sobald der Gegner beide mächtig unter Druck setzt. Scrubb benötigen die Skyliners auch als ordnende Hand auf dem Feld. Angesichts der großen Schwierigkeiten hat Herbert nun alle Hände voll zu tun, seine geschwächte Mannschaft wieder in die Spur zu bringen.

Quelle: F.A.Z.
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