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Hühnerhalter Martin Stark

„Dumpingpreise bei Eiern nicht gesund“

Von Thorsten Winter
 - 19:30

Was hat das Läuse-Gift Fipronil in Eiern zu suchen?

Gar nichts. Dennoch ist es in holländischen Ställen wieder aufgetaucht. Vor allem aber sind Eier zu billig.

Was meinen Sie damit?

Der Fipronil-Skandal vom Sommer 2017 hat noch bis kurz vor Ostern nachgewirkt. Die Eierpreise waren oben, weil in den Niederlanden viele Ställe nach dem Skandal nicht besetzt waren. Sie mussten erst gereinigt werden, zudem war der Markt für Junghennen leer. Nach Ostern aber waren die Holländer wieder am Start und die Preise gingen mit dem höheren Angebot in den Keller.

Wie tief ist „im Keller“?

Im Großhandel gab es zuletzt Eier zu Preisen, für die wir hier gar nicht auskömmlich produzieren können. Solche Dumpingpreise sind nicht gesund – im Wortsinne, wie sich nun wieder zeigt.

Welche Rolle spielen aus Ihrer Sicht die Verbraucher dabei?

Viele Verbraucher sagen, sie wollten Produkte aus der Region, greifen dann aber zu billigen Eiern aus dem Ausland. Viele wollen zudem keine Landwirtschaft in der Region. Wenn ich Hühnerdung auf die Äcker fahre, natürlichen Dünger also, werden die Polizei und das Ordnungsamt angerufen. Das passt alles vorne und hinten nicht zusammen. Und es wird immer schlimmer.

Kann sich Deutschland eigentlich mit Eiern aus Ställen hierzulande selbst versorgen?

Nein, der Eigenversorgungsgrad liegt meines Wissens nach bei 68 Prozent.

Wie viele Eier hat Ihr Betrieb mit Sitz nahe der A5 täglich im Angebot?

Derzeit haben wir 35.000 Hennen, die legen etwa 30.000 Eier am Tag. Mehr Hühner können wir nicht halten. Damit sind wir ein mittelständischer Betrieb.

Ist der Fipronil-Skandal gut oder schlecht für Sie?

Jetzt klopfen bestimmt wieder jene Abnehmer an, die ich sonst das ganze Jahr über nicht sehe. Die Nachfrage wird mit jedem Lebensmittelskandal größer, aber ich kann nur die Eier verkaufen, die meine Hennen legen. Und ich bleibe meinen Kunden in der Region treu.

Quelle: F.A.Z.
Thorsten Winter
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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