Rekordergebnis

Lufthansa feiert bestes Jahr der Geschichte

Von Jochen Remmert
 - 21:28
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Der Lufthansa-Konzern hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem Rekordergebnis abgeschlossen. „Es ist das bisher beste Jahr in der Geschichte der Lufthansa gewesen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr gestern in Frankfurt am Rande der Vorstellung des neuen Markendesigns in der Konzernzentrale. Genaue Zahlen zu Umsatz und Gewinn wird Spohr allerdings erst bei der Bilanzvorlage im März nennen. Mit zirka 130 Millionen Fluggästen im Jahr hat die Gruppe auf jeden Fall bereits einen neuen Passagierrekord erzielt.

In Frankfurt wuchs das Aufkommen des Unternehmens wieder, nachdem die Fluggastzahlen an ihrem größten Drehkreuz zuletzt stagniert hatten. „Unsere Kerngesellschaft, die Lufthansa, ist wieder in Bestform“, resümierte Spohr. Zur Situation auf dem deutschen Markt nach dem Aus für Airberlin sagte er, dass die von dem Konkurrenten hinterlassene Lücke im deutschen Markt zwar zunächst nicht zu schließen gewesen sei, weshalb die Ticketpreise entsprechend gestiegen seien. Dann aber sei das Angebot sehr schnell wieder gewachsen: „Es ist verrückt, wer zurzeit alles auf den deutschen Markt drängt“, sagte Spohr.

Die durch die Insolvenz von Airberlin entfallene Kapazität werde durch neue Anbieter zu 110 Prozent ersetzt, bemerkte der Lufthansa-Chef. Der Wettbewerb in Deutschland sei nach dem Ende von Airberlin noch härter als vorher. Die Lufthansa-Gruppe hat etwa die Hälfte der Airberlin-Flotte übernommen. Außerdem hätten sich inzwischen rund 80 Prozent der Crews beim Lufthansa-Konzern beworben, berichtete Spohr. Er zeigte sich erleichtert, dass vor dem Hintergrund des harten Wettbewerbs nun auch eine Einigung mit der Gewerkschaft Verdi für das Lufthansa-Bodenpersonal erzielt worden sei.

Das „Spiegelei“ verschwindet

Was eine seit längerer Zeit im Raum stehende Übernahme der italienischen Fluggesellschaft Alitalia betrifft, erläuterte Spohr, dass die Lufthansa daran sehr interessiert sei, wenn die staatliche Fluggesellschaft die dringend erforderliche Restrukturierung abgeschlossen habe. Das aber sei nach wie vor nicht der Fall. Man sei mit den italienischen Stellen in dieser Sache in Verbindung und hoffe darauf, zu gegebener Zeit zum Zuge zu kommen, weil Alitalia ein wichtiger Akteur im Markt sei und gut in die Gruppe passen würde.

Derweil sicherte Spohr der belgischen Konzerntochter Brussels Airlines zu, dass sie ungeachtet der engen Zusammenarbeit mit der eigenen Low-Cost-Tochter Eurowings ihre Eigenständigkeit nicht verlieren werden: „Die Marke wird nicht angefasst“, versprach Spohr. Zudem falle ihr die Aufgabe zu, in Brüssel das Langstreckencenter der Eurowings zu organisieren.

Der neue Markenauftritt der Lufthansa, den Spohr am Abend mit rund 3000 Gästen aus aller Welt in der Frankfurter A380-Werft feierte, soll signalisieren, dass der Kranich „fit für die Zukunft“ ist. Man belege derzeit praktisch alle Kapazitäten in Europa, wo Flugzeuge umlackiert werden könnten. Wie berichtet, geht das Unternehmen davon aus, dass es rund sieben Jahre dauern wird, bis alle Flugzeuge umlackiert sind in das nurmehr in Weiß und Tiefblau gehaltene Design.

Das Gelb, das den Kranich bisher vor allem auf dem Seitenleitwerk der Flugzeuge unterlegt und das intern gerne „Spiegelei“ genannt wird, soll es dann nicht mehr geben. Die genauen Kosten des neuen Markenauftritts wollte Marketingchef Alexander Schlaubitz nicht nennen. Die Flugzeuge der bestehenden Flotte würden aber erst dann im neuen Design lackiert, wenn die aus technischen Gründen alle sieben Jahre fällige Lackierung ohnehin fällig werde. Somit würden keine zusätzlichen Kosten durch außerplanmäßige Stopps entstehen. Ende des Jahres sollen schon 40 Jets im neuen Design fliegen.

Das dunklere Blau auf reinem Weiß, ohne Gelb und ohne graue Rumpfunterseite, soll Schlaubitz zufolge den Premiumanspruch der Lufthansa unterstreichen. Mit Eurowings als Niedrigpreis-Airline sei die alte Rolle der Lufthansa als „Vollsortimenter“ obsolet und eine Schärfung des Auftritts als Marke mit Premiumanspruch nötig geworden.

Quelle: F.A.Z.
Jochen Remmert
Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.
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