2:8 gegen Russland

Debakel für deutsches Eishockey-Team

 - 11:40

Nach dem 2:8 (1:1, 1:4, 0:3) gegen Russland beim Deutschland Cup hat Eishockey-Bundestrainer Marco Sturm Kritik am Auftritt seiner Auswahl geübt. „Ich habe mehr erwartet, auch emotional“, sagte der 39-Jährige. „So ein Ergebnis darf nicht passieren.“ Angesichts der Tatsache, dass es in Augsburg um die Plätze im Olympia-Kader geht, habe er mit mehr Anspannung bei den Spielern gerechnet.

Gegen Russland, das nicht mal mit seiner stärksten Mannschaft antrat, hatte der Gastgeber nach einem ordentlichen Beginn deutlich nachgelassen. „Die Jungs sind selbst schuld. Sie haben bewiesen, dass sie mitspielen können, und es dann komplett hergegeben“, urteilte Sturm. „Die Russen waren besser, schneller und aggressiver. Die Russen sind einfach, egal mit was für einer Truppe sie kommen, eine bessere Nation als wir. Das muss man gnadenlos zugeben.“ WM-Viertelfinalist Deutschland hielt nur bis zur Hälfte der Partie ordentlich mit, ehe ein Doppelschlag der Russen innerhalb von 63 Sekunden die Klatsche einleitete.

Die Gegentore durch Artjom Fjodorow (7.), Jewgeni Ketow (32.), Konstantin Okulow (33.), Dmitri Kagarlizki (37.) und Michail Naumenkow (38.) entschieden das Duell bereits nach dem zweiten Drittel. Sergej Schumakow (52.), Ilja Michejew (53.) und Jegor Jakowlew (58.) schraubten das Ergebnis für die Russen noch in die Höhe.

Vor 5050 Zuschauern hatten Daniel Pietta (14. Minute) und Brent Raedeke (22.) ein 0:1 gedreht und für eine zwischenzeitliche Führung gesorgt. Nach dem erneuten Rückstand verließ Torhüter Dennis Endras verletzt das Eis und wurde durch Timo Pielmeier ersetzt. Der Mannheimer Endras wird dem Team laut Sturm wegen einer Beinverletzung für den Rest des Turniers nicht mehr zur Verfügung stehen.

Am Samstag (16.00 Uhr) spielt die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bunds nun gegen Titelverteidiger Slowakei. „Sie müssen es morgen besser zeigen und antworten“, forderte Sturm. Zum Abschluss am Sonntag (16.45 Uhr/jeweils Sport1) trifft der Weltranglisten-Achte auf die Vereinigten Staaten, die zum Auftakt den Slowaken mit 1:2 unterlegen waren.

Sturm bietet sich bei der 28. Auflage des Deutschland Cups die einzige Gelegenheit, Kandidaten zu sichten, ehe er im Januar seine Meldeliste für die Winterspiele abgeben muss. Die erste Herausforderung dürfte bei ihm für Ernüchterung gesorgt haben.

Auf die deutschen Eishockey-Stars aus der NHL kann der 39-Jährige bei Olympia vom 9. bis 25. Februar nicht zählen. Die NHL entschied, ihren Liga-Betrieb diesmal nicht zu unterbrechen. In Augsburg verzichtet Sturm unter anderen auf seine Leistungsträger Goc, Ehrhoff und Patrick Reimer. Alle drei dürften sicher mit nach Südkorea reisen, ebenso wie der verletzte Verteidiger Frank Hördler und Stürmer Felix Schütz, der aus persönlichen Gründen fehlte.

Wegen Olympia gewinnt der Deutschland Cup auch für die anderen Teilnehmer an Stellenwert. Die Russen, die erstmals seit 1993 antraten und die Schweiz ersetzen, kamen nicht mit ihrem stärksten Aufgebot, fertigten die Deutschen aber dennoch ab.

Quelle: ad./dpa
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