Australian Open

Kein Bruderduell in Melbourne

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Das mögliche Bruder-Duell zwischen Alexander und Mischa Zverev in der dritten Runde der Australian Open wird es nicht geben. Mischa Zverev musste am Dienstag bei dem Grand-Slam-Turnier in Melbourne in seinem Erstrunden-Match gegen den Südkoreaner Hyeon Chung beim Stand von 2:6, 1:4 aufgeben. Der 30 Jahre alte Tennisprofi aus Hamburg hatte offenbar Probleme mit dem linken Schlagarm. „Es gibt so ein kleines Geheimnis, Mischa fühlt sich gerade nicht so gut. Deshalb müssen wir mal schauen, ob er sich durchbeißt“, hatte sein zehn Jahre jüngerer Bruder zuvor nach seinem 6:1, 7:6 (7:5), 7:5-Erfolg gegen den Italiener Thomas Fabbiano gesagt. Hätten Mischa und Alexander Zverev ihre ersten beiden Runden überstanden, wäre es erstmals auf der Tennis-Tour zu einem direkten Vergleich gekommen. Im Vorjahr hatte Mischa Zverev das Viertelfinale in Melbourne erreicht.

Alexander Zverev trifft in der zweiten Runde auf seinen deutschen Davis-Cup-Kollegen Peter Gojowczyk. Gojowczyk hatte sich zuvor gegen Michail Kukuschkin aus Kasachstan ebenfalls in drei Sätzen 6:3, 6:3, 6:1 durchgesetzt.

Jan-Lennard Struff trifft in der zweiten Runde am Donnerstag auf den Schweizer Roger Federer. Der 19-malige Grand-Slam-Sieger gewann am Dienstag sein Erstrunden-Match gegen den Slowenen Aljaz Bedene 6:3, 6:4, 6:3. Struff hatte zuvor Soon Woo Kwon aus Südkorea beim 6:1, 6:2, 6:4 keine Chance gelassen. Den bislang einzigen Vergleich mit Federer verlor der 27 Jahre alte Warsteiner 2016 beim Rasenturnier im westfälischen Halle. Von den anfangs 17 deutschen Tennisprofis haben es acht beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres in die zweite Runde geschafft.

Kerber souverän

Angelique Kerber hat derweil einen souveränen Auftaktsieg errungen und trifft an ihrem 30. Geburtstag nun auf Donna Vekic und ihren früheren Trainer Torben Beltz. Kerber entschied am Dienstag das deutsche Tennis-Duell mit Anna-Lena Friedsam in 66 Minuten mit 6:0, 6:4 für sich und kam zu ihrem zehnten Sieg in Serie. „Ich habe wieder Freude auf dem Platz. Das Jahr fängt gut an, ich hoffe, ich kann so weitermachen“, sagte die frühere Weltranglisten-Erste und Australian-Open-Siegerin von 2016.

Kerber bestätigte ihre starken Auftritte der vergangenen zwei Wochen. In nur 17 Minuten sicherte sich die frühere Weltranglisten-Erste aus Kiel den ersten Satz. Im zweiten Durchgang wurde Friedsam stärker, doch nach etwas mehr als einer Stunde nutzte Kerber den zweiten Matchball zu ihrem 40. Sieg gegen eine deutsche Kollegin. Nach ihrem enttäuschenden Jahr 2017 hatte Kerber zuletzt beim Turnier in Sydney den Titel geholt und beim Hopman Cup all ihre Einzel gewonnen. Ihre letzte Niederlage gegen eine deutsche Spielerin kassierte Kerber im Februar 2013 in Doha gegen Mona Barthel.

Im Kampf um den Einzug in die dritte Runde des Grand-Slam-Turniers in Melbourne kommt es nun zu einem interessanten Wiedersehen. Die Kroatin Vekic wird seit Beginn dieser Saison von Beltz trainiert, von dem sich Kerber nach dem Ende ihres enttäuschenden vergangenen Jahres getrennt hatte.

Petkovic-Krimi

Andrea Petkovic hat erstmals seit einem Jahr die zweite Runde eines Grand-Slam-Tennisturniers erreicht. Die 30-Jährige aus Darmstadt besiegte die zweimalige Wimbledongewinnerin Petra Kvitova aus Tschechien 6:3, 4:6, 10:8. Im vergangenen Jahr hatte Petkovic bei den vier wichtigsten Turnieren nur in Melbourne das erste Match gewonnen. Bei den French Open, in Wimbledon und den US Open war sie jeweils in Runde eins gescheitert. Die auf Platz 98 der Weltrangliste abgerutschte Hessin trifft jetzt auf die Amerikanerin Lauren Davis oder Jana Cepelova aus der Slowakei. Gegen Kvitova nutzte sie nach 2:52 Stunden dank eines Doppelfehlers der Tschechin ihren vierten Matchball.

Marterer: Diese Frage hat sich nun erledigt

Als dritter von anfangs zehn deutschen Herren erreichte Maximilian Marterer in Melbourne die zweite Runde. Der 22 Jahre alte Nürnberger entschied ein deutsches Duell mit Cedrik-Marcel Stebe mit 6:0, 6:3, 6:4 für sich. Für Marterer war es der erste Sieg bei einem Profi-Turnier.

„Für mich ist jetzt schon ein Druck abgefallen. Ich bin froh, dass ich diesen Sieg endlich eingefahren und sich diese Frage nun erledigt hat“, sagte Marterer. Mit konstant guten Ergebnissen bei den zweitklassigen Challenger-Turnieren hat sich der 22 Jahre alte Nürnberger auf Platz 94 der Weltrangliste vorgearbeitet. „Der Sieg bedeutet mir viel, genauso wie mir der erste ATP-Punkt viel bedeutet hat. Ich will mich jetzt in den Top 100 festspielen“, sagte er.

In der zweiten Runde trifft Marterer am Donnerstag auf den Spanier Fernando Verdasco. „Jetzt versuche ich, gleich den zweiten Sieg nachzulegen. Es ist ein schwieriger Gegner, aber ich denke, ich hätte es auch schlimmer erwischen können. Ich sehe schon eine Chance für mich, denn ich fühle mich gut“, sagte Marterer.

Neben Friedsam und Stebe scheiterten auch Tatjana Maria und Carina Witthöft in Runde eins. Witthöft unterlag der Weltranglisten-Achten Caroline Garcia aus Frankreich 5:7, 3:6. Maria verpasste eine Überraschung gegen Maria Scharapowa und verlor 1:6, 4:6.

Siege für Rückkehrer Djokovic und Wawrinka

Die zuletzt ein halbes Jahr pausierenden Tennisprofis Novak Djokovic und Stan Wawrinka haben ein gelungenes Comeback gefeiert und die zweite Runde der Australian Open erreicht. Der sechsmalige Melbourne-Champion Djokovic gewann am Dienstag gegen Donald Young aus den USA 6:1, 6:2, 6:4. Wawrinka setzte sich gegen den Litauer Ricardas Berankis 6:3, 6:4, 2:6, 7:6 (7:2) durch.

Djokovic hatte zuletzt im Juli 2017 in Wimbledon ein offizielles Match bestritten und anschließend wegen einer Ellbogenverletzung sechs Monate aussetzen müssen. Wawrinka spielte nach einer Knieverletzung ebenfalls erstmals seit Wimbledon wieder ein Turnier. Bei den Damen kam die Weltranglisten-Erste Simona Halep aus Rumänien mit 7:6 (7:5), 6:1 gegen die Australierin Destanee Aiava weiter.

Quelle: rad./dpa
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