Caroline Wozniacki

Mit Tränen zum großen Triumph

 - 12:34

Caroline Wozniacki schmiss ihren Schläger in die Luft, ließ sich auf den Rücken plumpsen und verdrückte ein paar Tränen der Freude. Bei der Siegerehrung zitterte der neuen Australian-Open-Championesse die Stimme, als sie von einem „sehr emotionalen Moment“ sprach. Mit 7:6 (7:2), 3:6, 6:4 hatte die 27 Jahre alte Dänin das bis zum Schluss spannende und hochklassige Endspiel gegen die Rumänin Simona Halep für sich entschieden. „Ein Traum ist wahr geworden“, sagte Wozniacki, nachdem sie aus den Händen von Billie Jean King den Daphne Akhurst Memorial Cup in Empfang genommen und die Trophäe zärtlich unter den rechten Arm geklemmt hatte.

Zum ersten Mal triumphierte Wozniacki bei einem Grand-Slam-Turnier und kehrt nach sechs Jahren auch wieder auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste zurück. „Es war ein unglaubliches Match, ein unglaublicher Kampf. Es tut mir leid, dass ich heute gewinnen musste“, sagte Wozniacki zu der unterlegenen Halep. Über zwei Stunden und 49 Minuten duellierten sich die top-gesetzten Spielerinnen des Turniers und begeisterten die 15.000 Zuschauer in der Rod-Laver-Arena mit spektakulären Schlägen und packenden Ballwechseln. Unter den Klängen des immer gerne eingespielten Gassenhauers „Sweet Caroline“ verließ Wozniacki schließlich den Platz und holte sich ein Küsschen von ihrem Verlobten David Lee ab.

Halep dagegen muss auch nach ihrem dritten großen Finale nach den French Open 2014 und 2017 auf ihren ersten Titel bei einem der vier wichtigsten Turniere warten. „Ich bin traurig, dass es beim dritten Anlauf nicht geklappt hat, aber vielleicht bringt mir der vierte Glück. Ich habe noch viele Jahre vor mir“, sagte die 26-Jährige.

Zwei Tage nach ihrem hart erkämpften Halbfinal-Sieg gegen Angelique Kerber wirkte sie zwischenzeitlich angeschlagen und sichtbar gezeichnet von den Strapazen der langen Partie, in der sie zwei Matchbälle abwehren musste. Beim Stand von 3:2 im zweiten Satz ließ sich Halep mit einem Eishandtuch im Nacken den Blutdruck messen. Doch aufgemuntert von „Simona, Simona“-Rufen ihrer Fans schaffte sie den Satzausgleich – auch weil Wozniacki im zweiten Durchgang sieben Breakchancen vergab. Anschließend trat die sogenannte heat policy in Kraft, beide Spielerinnen bekamen wegen der extrem hohen Temperaturen eine zehnminütige Pause zugestanden.

Nach der Unterbrechung erwischte Wozniacki den besseren Start und nahm ihrer Gegnerin zum 2:0 das Aufschlagspiel ab. Doch anschließend hatten beide große Probleme mit ihrem Service. Halep nutzte ihren sechsten Breakball zum 2:1, konnte danach aber ihren Aufschlag ebenso nicht durchbringen wie Wozniacki. Dies gelang Halep zum 3:3-Ausgleich. Das Duell war absolut offen und entwickelte sich zur Freude der begeisterten Fans im Stadion zu einem veritablen Krimi.

Nachdem Halep ein Break zum 4:3 gelang, ließ sich Wozniacki am linken Knie behandeln. Nervenstark hatten sich beide Spielerinnen schon zuvor im Turnier gezeigt. Erstmals mussten bei einem Grand Slam beide Finalistinnen auf dem Weg ins Endspiel Matchbälle abwehren, Halep sogar in zwei Partien. Wozniacki lag in der zweiten Runde gegen die Kroatin Jana Fett 1:5, 15:40 zurück und gewann am Ende noch.

Halep wehrte sich bis zum letzten Ballwechsel, es blieb eine emotionale Auseinandersetzung. Erst nach fast drei Stunden bejubelte Wozniacki nach zwei vergeblichen Versuchen in den US-Open-Finals 2009 und 2014 ihren ersten Grand-Slam-Titel. Und stellte noch einen besonderen Rekord auf: Vor sechs Jahren war sie zuletzt die Nummer eins der Weltrangliste – eine längere Zeitspanne bis zur Rückkehr auf den Spitzenplatz hat es im Damen-Tennis noch nie gegeben.

Marach und Pavic gewinnen Herren-Doppel

Oliver Marach und Mate Pavic haben den Titel im Herren-Doppel gewonnen. Das österreichisch-kroatische Duo setzte sich im Endspiel gegen die Kolumbianer Juan Sebastian Cabal/Robert Farah nach 1:33 Stunden mit 6:4, 6:4 durch. Marach und Pavic hatten im Halbfinale den deutschen Davis-Cup-Spieler Jan-Lennard Struff mit dem Japaner Ben McLachlan bezwungen. (dpa)

Quelle: tora./dpa
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